Das Schattenreich der CIA: Amerikas schmutziger Krieg gegen den Terror
Autor:
Stephen Grey, Ausgabe vom Febr. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 40268
Aus der Amazon.de-Redaktion Ein jeder Krieg ist schmutzig! Dass dieses Diktum auch für Amerikas "Krieg gegen den Terror" gilt, belegt der Journalist Stephen Grey mit seiner gründlich recherchierten Reportage Das Schattenreich der CIA. In dem Buch wird detailliert über die völker- und menschenrechtswidrige Verschleppungs- und Verhörpraxis in von den USA in mehreren Ländern unterhaltenen Geheimgefängnissen berichtet. Nicht nur für die US-Regierung bergen Greys gut belegte Recherchen erheblichen Zündstoff: Auch zahlreiche andere Regierungen und staatliche Dienste werden durch die Erkenntnisse schwer belastet. Eine ganze Reihe von - man muss es wohl so nennen - Folterkooperationen der USA unter Federführung der CIA werden in dem brisanten Bericht aufgezählt und anhand konkreter Einzelbeispiele belegt. Betroffen sind dabei auch europäische Länder. So diente etwa der Frankfurter Flughafen nachweislich als Drehscheibe für eine große Zahl von Geheimflügen der neuen "Air America", die für die Verbringung von Terrorverdächtigen von einem Verhörzentrum ins nächste zuständig war, wo die Entführten immer anderen ausländischen Verhörspezialisten zur besonderen Behandlung übergeben wurden. Ein eigenes Kapitel ist dem Fall des verschleppten Deutschen Khaled el-Masri gewidmet. Der 39-jährige wurde aufgrund einer Verwechslung während einer Urlaubsreise in Mazedonien von Grenzbeamten festgenommen und anschließend fünf Monate zuerst in Skopje, später in Bagdad und Kabul von wechselnden Peinigern verhört und gefoltert. Masris Geschichte liest sich wie ein böser Traum: Offenbar hatten die Geheimdienste Informationen über einen gleichnamigen Verbindungsmann zwischen den Attentätern vom 11. September 2006 und der Führung der al-Qaida. So eine Verwechslung wird doch normalerweise schnell aufgeklärt, sollte man meinen. Im Fall el-Masri dauerte es immerhin fünf Monate bis er um dreißig Kilo abgemagert und etliche Jahre gealtert wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Fünf Monate im Schattenreich der CIA, in dem unter dem Diktat einer "Realpolitik der Folter", wie eines der besonders lesenswerten Kapitel überschrieben ist, internationale Rechtnormen offensichtlich nicht viel zählen. - Andreas Vierecke
Buch:
Das Schattenreich der CIA: Amerikas schmutziger Krieg gegen den Terror
Autor:
Stephen Grey, Ausgabe vom 18. Sept. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 170528
Aus der Amazon.de-Redaktion Ein jeder Krieg ist schmutzig! Dass dieses Diktum auch für Amerikas "Krieg gegen den Terror" gilt, belegt der Journalist Stephen Grey mit seiner gründlich recherchierten Reportage Das Schattenreich der CIA. In dem Buch wird detailliert über die völker- und menschenrechtswidrige Verschleppungs- und Verhörpraxis in von den USA in mehreren Ländern unterhaltenen Geheimgefängnissen berichtet. Nicht nur für die US-Regierung bergen Greys gut belegte Recherchen erheblichen Zündstoff: Auch zahlreiche andere Regierungen und staatliche Dienste werden durch die Erkenntnisse schwer belastet. Eine ganze Reihe von - man muss es wohl so nennen - Folterkooperationen der USA unter Federführung der CIA werden in dem brisanten Bericht aufgezählt und anhand konkreter Einzelbeispiele belegt. Betroffen sind dabei auch europäische Länder. So diente etwa der Frankfurter Flughafen nachweislich als Drehscheibe für eine große Zahl von Geheimflügen der neuen "Air America", die für die Verbringung von Terrorverdächtigen von einem Verhörzentrum ins nächste zuständig war, wo die Entführten immer anderen ausländischen Verhörspezialisten zur besonderen Behandlung übergeben wurden. Ein eigenes Kapitel ist dem Fall des verschleppten Deutschen Khaled el-Masri gewidmet. Der 39-jährige wurde aufgrund einer Verwechslung während einer Urlaubsreise in Mazedonien von Grenzbeamten festgenommen und anschließend fünf Monate zuerst in Skopje, später in Bagdad und Kabul von wechselnden Peinigern verhört und gefoltert. Masris Geschichte liest sich wie ein böser Traum: Offenbar hatten die Geheimdienste Informationen über einen gleichnamigen Verbindungsmann zwischen den Attentätern vom 11. September 2006 und der Führung der al-Qaida. So eine Verwechslung wird doch normalerweise schnell aufgeklärt, sollte man meinen. Im Fall el-Masri dauerte es immerhin fünf Monate bis er um dreißig Kilo abgemagert und etliche Jahre gealtert wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Fünf Monate im Schattenreich der CIA, in dem unter dem Diktat einer "Realpolitik der Folter", wie eines der besonders lesenswerten Kapitel überschrieben ist, internationale Rechtnormen offensichtlich nicht viel zählen. - Andreas Vierecke