Aus der Amazon.de-Redaktion Innerhalb der Science Fiction haben kürzere Erzählungen und Romane durchaus Tradition; bei Fantasy denkt man allerdings wohl eher an umfangreiche Schmöker und mehrbändige Serien. Dass es auch anders geht, zeigt eine Reihe von Novellen und Kurzromanen, die - von Robert Silverberg herausgegeben - im englischen Original unter dem Titel Legends erschienen sind. In dieser Anthologie kehren die Superstars des Genres, von George R.R. Martin bis Ursula K. Le Guin, von Terry Goodkind bis Robert Jordan, in ihre erfolgreichen Fantasywelten zurück und schildern in sich abgeschlossene Episoden, Vorgeschichten oder weitere Abenteuer ihrer Hauptfiguren. Tad Williams' bisher letzte Reise in die Welt seiner Osten Ard-Serie liegt auf Deutsch nun als Einzelband vor. Der aus religiösen Gründen aus seinem Land verstoßene Reiherkönig Lord Sulis sucht in der verfallenen Burg Hochhorst Zuflucht vor seinen Verfolgern. Er verliebt sich in Cynethrith, eine einfache Frau aus dem nahe gelegenen Dorf, heiratet sie und nimmt auch ihre Tochter Breda bei sich in der Burg auf. Aus der Sicht eben dieser Breda wird geschildert, wie Lord Sulis versucht, ein guter Ehemann und gerechter Fürst zu sein, aber an einem tief sitzenden Glaubensdilemma scheitert. Ihn verlangt es nach Auskunft über das Verhältnis seiner Gottheiten zu den legendären Sithi, die einst über das Land herrschten, und er schreckt auch vor finsteren Beschwörungen und schwarzer Magie nicht zurück. Nach Die Stimme der Finsternis und Die Insel des Magiers tritt Tad Williams erneut den Beweis an, dass Fantasy auch in kürzerer Form spannend sein und alles enthalten kann, wozu andere Autoren oft tausende von Seiten benötigen: exotische Welten, schicksalhafte Konflikte und unvergessliche Protagonisten. Dabei ist Der brennende Mann nicht nur für Freunde der Osten Ard-Serie ein Genuss, sondern für alle, die einen kurzen, pointierten Roman zu schätzen wissen. Und wer sich die Zeit bis zum Erscheinen der deutschen Ausgabe von The War of the Flowers verkürzen möchte, sei auf Legends II verwiesen: Darin ist eine neue Otherland-Novelle aus der Feder des Meisters enthalten. -Helge Basler 1
Buch:
Otherland 1 - Stadt der goldenen Schatten
Autor:
Tad Williams, Ausgabe vom 2. Sept. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 29340
Otherland Stadt der goldenen Schatten Tad Williams, der bisher vor allem durch seine Fantasy-Romane auffiel, legt mit Otherland seinen ersten Abstecher in den Bereich der Science-fiction vor. Otherland, mit großem Werbeaufwand in den Markt gedrückt, dürfte jedoch vor allem Tad-Williams-Fans ansprechen. 50 Jahre in der Zukunft schaut die Welt auch nicht viel anders aus als heute, sieht man einmal davon ab, daß ein Teil der Menschheit einen großen Teil seiner Zeit in virtuellen Welten verbringt. Ein großer Teil der Menschheit? Nein, nur die, die es sich leisten können, natürlich. Wie gesagt, viel hat sich nicht geändert. Nicht jeder Bereich des weltumspannenden Datennetzes steht jedem Benutzer offen, nur wer das virtuelle Äquivalent eines teuren Anzugs trägt und die Online-Gebühren bezahlen kann, wird überhaupt erst in die besseren Gegenden eingelassen. Renie Sulaweyo ist nicht so privilegiert, obwohl sie an einer südafrikanischen Hochschule den Umgang mit der virtuellen Realität lehrt. Als ihr kleiner Bruder während eines Ausflugs in für ihn eigentlich gesperrte Bereiche der Datenwelt aus unerklärlichen Gründen ins Koma fällt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als auf unkonventionelle Hilfsmittel zurückzugreifen, um nach einer Rettung für ihn zu suchen. Ihr Schüler, der Buschmann !Xabbu, einer der letzten Vertreter der Ureinwohner Südafrikas, hilft ihr dabei. Bei ihrer Suche haben sie die Vision einer fabelhaften goldenen Stadt, die für kurze Zeit in der virtuellen Realität erscheint. Diese Vision erscheint nicht nur ihnen, sondern auch anderen Menschen, die ebenfalls versuchen, das Rätsel der goldenen Stadt zu lösen. Unterdessen teilen immer mehr Kinder das Schicksal von Renies Bruder. Womit wir bei der Weltverschwörung wären, dem Zentralen Bösewicht und Kern der Handlung. Eben diese Verschwörung, die sich die "Bruderschaft des Grals" nennt, und aus den mächtigsten Männern der Welt gebildet wird, benötigt die Kinder für Otherland, ein von ihnen erschaffenes gigantisches Simulationsnetzwerk. Otherlands virtuelle Welten wirken dermaßen realistisch, daß Benutzer sie praktisch nicht mehr von der Wirklichkeit unterscheiden können. Die Ziele der Verschwörung werden nicht explizit benannt, aber der Leser kann es sich leicht zusammenreimen: uneingeschränkte Macht und Unsterblichkeit, das Übliche eben. Den Weltuntergang planen sie ebenfalls. Fazit: Bleibt Williams zu Beginn noch recht konservativ und plausibel was die technischen Möglichkeiten seiner Zukunftswelt angeht, begibt er sich mit fortschreitender Seitenzahl zunehmend auf das Gebiet der Fantasy. Eine böse, außerweltliche Kraft steckt im Kern der Bruderschaft, und von den verschiedenen virtuellen Welten, durch die seine Charaktere stolpern, wirkt eine phantastischer als die andere. Hier ist der Autor in seinem Element, und das Buch wird an diesen Stellen auch deutlich spannender als beispielsweise auf den ersten paar hundert Seiten, in denen Renie dem Buschmann !Xabbu, und damit gleichzeitig dem Leser, ein paar Lektionen darüber erteilt, wie Tad Williams' Vorstellungen von virtueller Realität funktionieren. Hier erzählt uns der Autor wenig Neues über ein Thema, das in der SF ja schon des öfteren behandelt wurde. Zwar zeigt er später, daß er durchaus einige nette Einfälle hat, aber die Vorbereitungsphase gerät deutlich langweiliger als nötig. Die Charaktere sind Williams Stärke, sie haben sehr menschliche Schwächen und Bedürfnisse, und gerade der Kontrast zwischen dem spirituellen, naturverbundenen !Xabbu und Renie, die ganz praxisnah versucht, einfach nur ihre Familie durchzubringen, zeigt dies deutlich. Leider sind die Protagonisten auf mindestens vier getrennte Handlungsstränge verteilt, die alle um die Aufmerksamkeit des Lesers kämpfen. Otherland. Stadt der goldenen Schatten ist der erste Teil einer Tetralogie. Da mag es kaum überraschen, daß am Ende des ersten Bandes ein ganzes Knäuel von unaufgelösten Handlungsfäden übrig bleibt. Überraschen könnte es aber, daß auch sonst kaum etwas passiert ist. Nicht, daß Williams seine 912 Seiten nicht gefüllt hätte, aber während die diversen Protagonisten versuchen, zum Kern der Verschwörung vorzudringen, bleiben sie leider meist Spielball des Geschehens. Nur selten bietet sich ihnen eine neue Einsicht oder gar die Möglichkeit, zu handeln. Immerhin, am Ende des Buches kommen sie alle zusammen und stellen fest, daß sie gemeinsame Ziele haben. Aber das war's dann auch schon, die Kernhandlung ist kaum ein Stück weiter vorangetrieben worden und der Leser fragt sich, worauf das wohl alles hinauslaufen wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man Otherland. Die Stadt der goldenen Schatten wohl nur Tad-Williams-Fans empfehlen. Zwar spricht Otherland durch seine vielen verschiedenen Charaktere theoretisch eine breite Leserschicht an - hier findet jeder jemanden, mit dem er/sie sich identifizieren kann -, aber der erste Band für sich genommen bietet kein besonders befriedigendes Leseerlebnis, und auch der hohe Preis (etwa 200,- DM für alle vier Bände) dürfte manche abschrecken. Der Verkauf von Otherland wird durch eine große Werbekampagne, auch im Internet, unterstützt. Aber auch wenn es dort behauptet wird, Otherland ist sicherlich nicht der Herr der Ringe des 21. Jahrhunderts - dazu ist es nicht bahnbrechend genug, und Cyberpunk ist es auch nicht, dazu sind die Charaktere zu stark in Gute und Böse polarisiert und die Geschichte mit zu vielen Fantasy-Elementen durchsetzt. -Michael Matzer
Buch:
Otherland 4: Meer des silbernen Lichts: Roman
Autor:
Tad Williams, Ausgabe vom 2. Juli 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 26027
Otherland 04. Meer des silbernen Lichts Roman Es ist ein merkwürdiges Gefühl, nach vier Jahren den letzten Band der Otherland-Serie in Händen zu halten. Bei einer Geschichte von dieser Länge - eigentlich ein einziger großer Roman, der aus rein praktischen Gründen in vier Bücher aufgeteilt wurde - werden die Protagonisten zu Vertrauten, das Ende jedes Kapitels zu einem Erwachen aus einem Traum, der sich nur wenig von der Wirklichkeit unterscheidet. Und so ist die Angst groß, dass das Ende des Traumes eine Enttäuschung werden und der Autor den Anforderungen dieser riesenhaften Erzählung schlussendlich nicht gewachsen sein könnte. Doch diese Furcht erweist sich als unbegründet. So schnell gehen einem Tad Williams nicht die Ideen aus: Martin Desroubins und Paul Jonas verschlägt es wieder in die virtuellen Abgründe von Otherland, das unter dem Einfluss von John Dread allerdings einigen Schaden genommen hat. Renie Sulaweyo, !Xabbu und Felix Jongleur müssen sich in einer verzerrten Märchenwelt zurechtfinden, die nicht mit Otherland in Verbindung steht. In der wirklichen Welt wird John Dread von einer ausgesprochen beharrlichen Polizeibeamtin verfolgt. Und über allem schwebt der drohende Zusammenbruch des Otherland-Systems, der den Tod all jener zur Folge haben würde, die sich darin aufhalten. Die große Meisterschaft der Otherland-Saga besteht darin, dass es Tad Williams bei aller Komplexität gelingt, sämtliche Handlungsfäden sicher in der Hand zu behalten und zu einem runden Abschluss zu führen. In Band 2 und 3 mochten gelegentlich Zweifel aufkommen, ob diese überschäumende Ideenflut noch einzudämmen sei. Am Ende von Band 4 bleibt vor allem das bewundernde Gefühl zurück, wie nahtlos sämtliche Puzzleteilchen zusammenpassen. "Wenn Sie mich fragen, ist das das langweiligste, überflüssigste Buch in der Geschichte dieses Teils der Galaxis", stöhnte Tad Williams nach sechsmaliger Überarbeitung des letzten Bandes von Otherland. Seine Leser werden ihm widersprechen. Lauthals. -Felix Darwin
Buch:
Fluß aus blauem Feuer: Otherland 2
Autor:
Tad Williams, Ausgabe vom 3. April 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 48975
Otherland 02. Fluß aus blauem Feuer Tad Williams begann seine Otherland-Serie mit dem imposanten Stadt der goldenen Schatten und setzt sie fort mit dem gleichermaßen gewaltigen Fluß aus blauem Feuer. Williams meint, es würde vier große Bücher erfordern, um seine komplexe, mehrsträngige Geschichte zu erzählen - und bei dem Tempo, mit dem die Handlung in diesem zweiten Roman fortschreitet, wird der Leser verstehen, was er damit meint. Nicht, daß sich das Buch langsam liest. Im Gegenteil, River of Blue Fire ist ein genauso spannender Reißer wie das erste Buch. Zum Auftakt der Geschichte begegnen wir wieder dem wilden Haufen von Abenteurern, der in einer erstaunlich detaillierten und furchtbar gefährlichen virtuellen Welt namens Otherland gefangen ist. Unter ihnen lauert unerkannt der brutale Serienmörder Dread, der versucht, an Informationen zu kommen, die ihm helfen sollen, die Meister seiner Gral-Bruderschaft zu stürzen. Die Gruppe folgt einem allgegenwärtigen Fluß von einer Welt zur anderen, außerstande, Offline zu gehen, und der zunehmend entsetzlichen Gewißheit ausgesetzt, daß alles in diesem angeblich virtuellen Ort allzu real ist. Währenddessen gewinnt Paul Jonas, eine unter Gedächnisschwund leidende (doch irgendwie zentrale) Figur, die sich auf der Flucht vor zwei düsteren Wesen befindet, auf seiner eigenen Flußfahrt à la Huckleberry Finn immer mehr von seinem Gedächnis zurück. Wie im ersten Roman ist jede neue Welt, in die die Figuren vordringen - von der paläolithischen Eiszeit bis hin zu etwas, was dem Land Oz verdächtig nahekommt - voll und ganz realisiert und völlig unberechenbar. Williams ist ein Meister darin, dem Leser die Informationen häppchenweise vorzusetzen, was zwar frustrierend, aber doch spannend ist - wie ein besonders gutes Computerspiel. Als die Gruppe auseinandergerissen wird und sich das Abenteuer dadurch weiter verzweigt, empfindet der Leser den Autor als einen Marionettenmeister und verfolgt einige unglaublich komplexe Informationsflüsse. Das Beste ist, einfach dran zu bleiben und Williams' geschickte Personenbeschreibungen, üppige Schilderungen und wildverzweigte Handlung zu genießen. Wenn Sie jemals eine Wildwasserfahrt gemacht haben, wird Ihnen das Gefühl bekannt vorkommen. -Therese Littleton
Buch:
Otherland 3: Berg aus schwarzem Glas: Roman
Autor:
Tad Williams, Ausgabe vom 2. Januar 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 29603
Otherland 03 Berg aus schwarzem Glas Der Band 3 der Otherland-Saga beginnt behäbig und langsam. Tad Williams tut gut daran, denn ein Jahr ist vergangen, seit er uns mit Band 2 seiner monumentalen Saga, Fluß aus blauem Feuer, erfreut hat. Gemeinsam mit dem Leser nähert er sich nun wieder seinen Helden. Diese sitzen niedergeschlagen und mutlos in den unterschiedlichsten Fallen, die die mysteriöse Gralsbruderschaft, die hemmungslos Kinder in virtuelle Fallen lockt, um die Weltherrschaft zu erlangen, ihnen gestellt hat. Der Suffkopp Long Josef Sulaweyo wird entführt. Jeremiah wartet vergeblich auf ihn, und kann selbst nicht verschwinden, denn er wacht darüber, dass Rennie und !Xabbu in ihren VR-Tanks heil bleiben. Doch die Tücken liegen im Detail. Oder um genauer zu sein: im Cyberspace. Dem Otherland. Denn hier sind die Lehrerin Rennie und ihr Student !Xabbu gemeinsam mit Martine, Florimel, T4b und Emily eingeschlossen in einer trostlosen Landschaft und finden keinen Ausweg. Damit ergeht es ihnen wie dem einstigen Soldaten Paul Jonas, der zwar den Wirren des Ersten Weltkrieges endlich entkommen ist, nun aber als Homer's Odysseuss einen Weg aus seiner vertrackten Lage sucht. Womit wir bei Orlando Gardiner und seinem Freund Fredericks wären, die von einer Kraft vorwärtsgetrieben werden, die wie ein Orkan so mächtig ist, dass sie ihr kaum widerstehen können... Die Geschichte entwickelt Dynamik. Je weiter sie fortschreitet, umso rasanter wird ihr Plot. Nicht nur das: Williams' Helden beginnen zunehmend zu begreifen. Das ist erfreulich. Denn endlich lichtet sich auch für den Leser langsam das gewaltige Otherland-Konstrukt. Die Protagonisten beginnen sogar zu reifen. Sie müssen sich ihren Aufgaben stellen, um auf diesem tapferen Wege über sich selbst hinauszuwachsen. Denn nur dann, das lehrt uns auch die moderne Fantasy, können sie ihren Gegner, den hemmungslosen Felix Jongulear, den Anführer der Gralsbruderschaft, mit seinen eigenen Waffen schlagen. "Wenn diese Wesen Maschineneffekte waren, dann war es um so wahrscheinlicher, dass es Regeln gab, Logik... Antworten", sinniert Paul Jonas über die simulierten Gegner im Otherland. "Er musste bloß herausfinden, wie sie lauten." Und tatsächlich: langsam, ganz langsam lichtet sich für die Helden das virtuelle Dickicht. Ein Silberstreif am Datenhorizont. Es offenbart sich ein "Meer des silbernen Lichts". Und das ist der Titel von Band 4, der in genau einem Jahr erscheinen wird. Wir sind gespannt. -Marcel Feige
Aus der Amazon.de-Redaktion Mit seiner Otherland-Saga hat sich Tad Williams in die Herzen einer großen Fangemeinde geschrieben - und das nicht nur unter eingeschworenen Fantasylesern. 2004 wurde er für sein Werk sogar mit dem begehrten Corine-Preis ausgezeichnet. Nach Der Blumenkrieg, einem in sich abgeschlossenen Roman, der realistische und phantastische Elemente miteinander verknüpft, legt Williams mit Die Grenze den faszinierenden Auftakt einer neuen Trilogie vor, die wieder stärker der epischen Fantasy im Stile Tolkiens verpflichtet ist. Seit Urzeiten teilen die Menschen des Kontinents Eion ihr Land mit den geheimnisvollen Qar, die auch das Zwielichtvolk genannt werden. Als eine schreckliche Krankheit ausbricht, macht man die Qar dafür verantwortlich und vertreibt sie in den nördlichen Landesteil. Um sich vor dem Eindringen der Menschen zu schützen, beschwören die Qar einen Nebelwall herauf, der jedem, der ihn passieren will, den Verstand raubt. Seither wird dieser unüberwindliche magische Wall von den Menschen die Schattengrenze genannt. Nach langen Jahren des Friedens scheint Eion nun von neuen Konflikten bedroht. Der machtgierige Autarch des Nachbarreiches Xand streckt seine Finger nach den südlichen Regionen des Kontinents aus, und König Olin, Herrscher über die an die Zwielichtlande angrenzende Südmark, wird von Banditen gefangen genommen. Seine Kinder, die erst fünfzehnjährigen Zwillinge Barrick und Briony, zeigen sich der Bürde der Verantwortung kaum gewachsen, die die Regierung des Landes mit sich bringt. Am Hof mehren sich die Intrigen. Zudem werden seltsame Wesen an der Schattengrenze gesichtet. Rüsten sich die Qar zum Kampf, um ihr altes Reich zurückzuerobern? Shadowmarch war von Tad Williams ursprünglich als interaktives Projekt im Internet geplant, wurde dann aber doch zu einer dreibändigen Serie ausgearbeitet - und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Der erste Band beeindruckt mit 800 Seiten dichtgedrängter Abenteuerhandlung vor einem malerischen Fantasyhintergrund. Das bietet vor allem viel Raum für Williams? schier unerschöpfliche Phantasie, mit der er seine Leser immer wieder begeistert und mitreißt. Das beachtliche Inventar an Figuren und Örtlichkeiten wird durch ein Glossar am Ende des Romans leserfreundlicher gestaltet. Solcherart gerüstet, heißt es dann nur noch: Abtauchen und Schwelgen in den magischen Welten eines der großartigsten Erzähler der modernen Fantasy! -Steffi Pritzens 1
Buch:
Der Blumenkrieg: Roman
Autor:
Tad Williams, Ausgabe vom 2. Januar 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 106146
Der Blumenkrieg Roman Theo hat eine Pechsträhne, wie sie im Buche steht: Nicht nur, dass er im Alter von dreißig Jahren immer noch in einer erfolglosen Rockband singt - zu allem Überfluss verlässt ihn seine Freundin, nachdem sie ihr Kind verloren hat, und seine Mutter wird mit einer unheilbaren Krankheit diagnostiziert. Obwohl sie sich nie allzu gut verstanden haben, sieht sich Theo verpflichtet, seine Mutter zu Hause zu pflegen und verliert darüber auch noch seinen Job als Sänger. Und als er seine Mutter schließlich beerdigt hat und sich in eine abgelegene Jagdhütte zurückzieht, um etwas zur Ruhe zu kommen, öffnet sich urplötzlich das Tor zu einer anderen Welt! Und was für eine Welt das ist! Auf den ersten Blick scheint sie einem Märchen entsprungen, denn hier leben Elfen, Trolle und zahllose andere Wesen, für die Theo nicht einmal einen Namen hat. Aber nicht alles entspricht seinen Vorstellungen von einem Märchenland, denn es gibt auch Autos, Züge - und ein Parlament, in dem die verschiedenen Fraktionen der herrschenden Elfenklasse um die Vormachtstellung streiten. In diesen Konflikt wird Theo hineingezogen, aus irgendeinem Grund haben es die Mächtigen dieser Welt auf ihn abgesehen. Und außer der winzigen Elfe Apfelgriebs steht ihm dabei niemand zur Seite ... Nach den über 3.500 Seiten der Otherland-Saga, in der er Science-Fiction- und Fantasy-Elemente kunstvoll miteinander verwoben hat, wendet sich Tad Williams in diesem Roman wieder einer klassischen Anderswelt zu. Dabei hat er allerdings einige Überraschungen auf Lager, denn sein Elfenland ist deutlich einfallsreicher und hat mehr Biss als die meisten anderen Fantasywelten. In Blumenkrieg geht es nicht einfach nur um einen klassischen Konflikt zwischen Gut und Böse, sondern die Zukunft unserer modernen, von einem wissenschaftlichen Weltbild geprägten Realität steht auf dem Spiel. Theo ist eine nicht immer sympathische und manchmal etwas allzu naive Hauptfigur, allerdings ist seine Verzweiflung angesichts einer ihm fremden Wirklichkeit durchaus überzeugend. Seine sich allmählich entwickelnde Freundschaft zu der Elfe Apfelgriebs (schöne Eindeutschung!) ist eines der Highlights des Romans, und auch sonst ist die Schilderung der Nebenfiguren äußerst gelungen. Es ist erfreulich, dass Tad Williams uns dieses Mal eine Geschichte schenkt, die wir in einem Zug zu Ende lesen können. Wem das nicht genügt: Die nächste Trilogie ist bereits in der Pipeline. -Helge Basler
Buch:
Der Drachenbeinthron.
Autor:
Tad Williams, Ausgabe vom 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 15578
Buch:
Der Engelsturm.
Autor:
Tad Williams, Ausgabe vom 1997, Taschenbuch, Verkaufsrang 42053