Abgespeist Wer meint, der lecker fruchtige Erdbeerjoghurt mit der Aufschrift "natürliches Aroma" erhielte seinen Geschmack durch Erdbeeren, der irrt zumeist. Ein destillierter Holzpilz ist hier der angepriesene Aromastoff. Solche Art von Etikettenschwindel ist leider nicht die Ausnahme im Lebensmittelhandel, sondern die Regel. Thilo Bode, langjähriger Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, beschreibt in Abgespeist den oftmals erschreckenden Zustand heutiger Lebensmittel und die strukturellen und gesetzlichen Hintergründe, die den Markt bestimmen. Gammelfleisch und BSE, Dioxin in Babynahrung, Acrylamid in Kartoffelchips und Pestizide in Paprika - regelmäßig rütteln Lebensmittelskandale den Verbraucher auf, führen zu lärmenden Medienkampagnen - und versanden meist nach recht kurzer Zeit im Nichts. Dabei handelt es sich bei den genannten Skandalen nur um die Spitze eines gewaltigen Eisbergs. Über 300 Lebensmittelzusatzstoffe sind beispielsweise von der EU zugelassen - die Hälfte davon ist wegen ihrer möglicherweise negativen gesundheitlichen Auswirkungen auf den Konsumenten umstritten. Die sogenannten "E"s konservieren, färben, stabilisieren und verstärken den Geschmack - und dienen so in erster Linie als verkaufsfördernde Kosmetik für minderwertige Nahrungsmittel. Fleischabfälle werden global verschoben und unter neuer Etikettierung reimportiert, der Fertigteig für das morgendliche Backshop-Brötchen kommt aus China. Die Herkunft und Zusammensetzung einzelner Lebensmittel ist für den Verbraucher kaum mehr nachvollziehbar. Der Gesetzgeber unterstützt dabei die Verschleierungstaktiken der Nahrungsindustrie; denn schließlich soll dieser ja kein wirtschaftlicher Schaden entstehen. Die mangelhaften gesetzlichen Bestimmungen im Bereich von Lebensmittelproduktion und -vertrieb sind denn auch der Hauptansatzpunkt von Bodes weitreichender Kritik. Nicht der einzelne Verbraucher und dessen vielgescholtene "Geiz ist geil"-Mentalität sind demnach verantwortlich für den eklatanten Qualitätsverlust heutiger Nahrungsmittel. Vielmehr sind Agrarwirtschaft, Lebensmittelindustrie und Politik zu einem einzigen gewaltigen Lobbyblock verschmolzen, der dem Einzelnen und einem möglichen "Protest mit dem Einkaufswagen" keine Chance lässt. Thilo Bode zeigt detailliert auf, wie die teilweise groteske Praxis der EU-Agrarsubventionen, fragwürdige Entscheidungen des Gesetzgebers und skrupellose Praktiken der Nahrungsmittelindustrie sich zu einem unappetitlichen Ganzen addieren. Eine Beseitigung dieser Missstände kann nach Meinung des Autors nur durch politischen Druck herbeigeführt werden. So gründete Bode 2002 in Berlin die Verbraucherrechtsorganisation "Foodwatch", die für Transparenz auf dem Lebensmittelmarkt und die Rechte der Verbraucher kämpft. Sein Buch ist ein wichtiger Bestandteil dieses Kampfes. -Ulrike Künnecke, Literaturtest
Buch:
Abgespeist: Wie wir beim Essen betrogen werden und was wir dagegen tun können
Autor:
Thilo Bode, Ausgabe vom 23. Okt. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 176782
Aus der Amazon.de-Redaktion Wer meint, der lecker fruchtige Erdbeerjoghurt mit der Aufschrift "natürliches Aroma" erhielte seinen Geschmack durch Erdbeeren, der irrt zumeist. Ein destillierter Holzpilz ist hier der angepriesene Aromastoff. Solche Art von Etikettenschwindel ist leider nicht die Ausnahme im Lebensmittelhandel, sondern die Regel. Thilo Bode, langjähriger Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, beschreibt in Abgespeist den oftmals erschreckenden Zustand heutiger Lebensmittel und die strukturellen und gesetzlichen Hintergründe, die den Markt bestimmen. Gammelfleisch und BSE, Dioxin in Babynahrung, Acrylamid in Kartoffelchips und Pestizide in Paprika - regelmäßig rütteln Lebensmittelskandale den Verbraucher auf, führen zu lärmenden Medienkampagnen - und versanden meist nach recht kurzer Zeit im Nichts. Dabei handelt es sich bei den genannten Skandalen nur um die Spitze eines gewaltigen Eisbergs. Über 300 Lebensmittelzusatzstoffe sind beispielsweise von der EU zugelassen - die Hälfte davon ist wegen ihrer möglicherweise negativen gesundheitlichen Auswirkungen auf den Konsumenten umstritten. Die sogenannten "E"s konservieren, färben, stabilisieren und verstärken den Geschmack - und dienen so in erster Linie als verkaufsfördernde Kosmetik für minderwertige Nahrungsmittel. Fleischabfälle werden global verschoben und unter neuer Etikettierung reimportiert, der Fertigteig für das morgendliche Backshop-Brötchen kommt aus China. Die Herkunft und Zusammensetzung einzelner Lebensmittel ist für den Verbraucher kaum mehr nachvollziehbar. Der Gesetzgeber unterstützt dabei die Verschleierungstaktiken der Nahrungsindustrie; denn schließlich soll dieser ja kein wirtschaftlicher Schaden entstehen. Die mangelhaften gesetzlichen Bestimmungen im Bereich von Lebensmittelproduktion und -vertrieb sind denn auch der Hauptansatzpunkt von Bodes weitreichender Kritik. Nicht der einzelne Verbraucher und dessen vielgescholtene "Geiz ist geil"-Mentalität sind demnach verantwortlich für den eklatanten Qualitätsverlust heutiger Nahrungsmittel. Vielmehr sind Agrarwirtschaft, Lebensmittelindustrie und Politik zu einem einzigen gewaltigen Lobbyblock verschmolzen, der dem Einzelnen und einem möglichen "Protest mit dem Einkaufswagen" keine Chance lässt. Thilo Bode zeigt detailliert auf, wie die teilweise groteske Praxis der EU-Agrarsubventionen, fragwürdige Entscheidungen des Gesetzgebers und skrupellose Praktiken der Nahrungsmittelindustrie sich zu einem unappetitlichen Ganzen addieren. Eine Beseitigung dieser Missstände kann nach Meinung des Autors nur durch politischen Druck herbeigeführt werden. So gründete Bode 2002 in Berlin die Verbraucherrechtsorganisation "Foodwatch", die für Transparenz auf dem Lebensmittelmarkt und die Rechte der Verbraucher kämpft. Sein Buch ist ein wichtiger Bestandteil dieses Kampfes. -Ulrike Künnecke, Literaturtest
Buch:
Die Demokratie verrät ihre Kinder - Ex-Greenpeace-Chef fordert die Mächtigen heraus
Autor:
Thilo Bode, Ausgabe vom 2003, Gebunden, Verkaufsrang 378777
Aus der Amazon.de-Redaktion Weltweite Umweltzerstörung und eine immer tiefere Kluft zwischen Arm und Reich - nach Ansicht von Thilo Bode, dem früheren Chef von Greenpeace International, läuft einiges falsch in der internationalen Politik. In seinem neuen Buch analysiert er, warum die Globalisierung derzeit mehr Probleme schafft als löst. Glücklicherweise vermeidet der Autor alle abgedroschenen Floskeln, die zu diesem Thema leider oft zu lesen sind. Bode verdammt die Globalisierung auch nicht in Bausch und Bogen: Denn für den Autor ist nicht die Öffnung von Märkten das Grundproblem. Er wirft den Industrienationen vielmehr vor, eine "koloniale Handelspolitik" zu betreiben: Der Norden schotte die eigenen Märkte mittels Zollschranken gegen Produkte aus Entwicklungsländern ab, begreife jedoch den Süden durchaus als Absatzzone für die eigenen Waren. Detailliert und mit großem Sachverstand nimmt sich der Autor die drängendsten Problemfelder vor: Klimakatastrophe und Regenwald-Vernichtung, die Ausbreitung von Hunger und Krankheiten, der fatale Kreislauf von Perspektivlosigkeit, Terrorismus und Krieg in vielen Drittwelt-Ländern. "Um diese verhängnisvolle Entwicklung zu stoppen, braucht es eine globale Politik", schreibt der Autor. Allerdings, das weiß auch Bode, ist eine wirkungsvolle internationale Zusammenarbeit momentan nicht in Sicht. Und auch die Nationalstaaten versagen seiner Ansicht nach. Denn Politiker müssten stets den nächsten Wahltermin im Auge haben. Dieses "Anreizsystem belohnt kurzfristiges Denken" und blockiere ein Umsteuern zugunsten langfristiger Ziele. Also fordert Bode eine "Reform der nationalen Demokratien": die Macht von Parteien und Lobbyisten will er beschneiden und gleichzeitig den Weg bereiten für mehr Engagement "von unten". Vor allem die so genannten Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) wie Umwelt- und Menschenrechtsgruppen sind für den Ex-Greenpeace-Mann Bode die geeigneten Hebel, um Veränderungen im politischen System in Gang zu setzen. Bodes Analysen prangern nicht nur oberflächlich einige Missstände an, sondern fragen nach den Strukturen von Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen, die solche Fehlentwicklungen erst hervorbringen. So überzeugend und kenntnisreich wird selten über die Globalisierung geschrieben. -Christoph Peerenboom
Buch:
Patient Deutschland - Eine Therapie
Autor:
Thilo Bode, Jürgen Kluge, Wolf Lotter, Fredmund Malik, Nikolaus Piper, Horst Siebert, Reinhard K. Sprenger, Erich Staudt, Thomas Straubhaar, Ursula Weidenfeld, Ausgabe vom 2002, Gebunden, Verkaufsrang 801498
Aus der Amazon.de-Radaktion Deutschland liegt im Koma. Doch anstatt den Kranken zu therapieren, erhält er Placebos, Trostpflästerchen und Konsenssoße als vermeintliches Stärkungsmittel. Auch wenn schon viel geschrieben wurde über die typische deutsche Krankheit mit dem Namen Reformphobie, lesenswert ist dieses Buch auf alle Fälle. Die insgesamt 17 Autoren brillieren im ersten Buchteil durch eine kluge, tiefe Anamnese der Leiden des "eingebildeten Kranken"; im zweiten Teil mixen sie Rezepturen zur "Wiederherstellung der Selbstheilungskräfte" und im dritten Teil kommen vor allem jüngere Schreiber zu Wort, die dem Siechenden Vorschläge für eine "Anti-Aging-Kur" unterbreiten, auf dass er nicht vorzeitig dahinscheide. Entgegen des ersten Eindrucks, zu dem auch noch die Umschlagsgestaltung aus Verbandsmull und Pflaster beiträgt, erweist sich die Patienten-Parallele aber keineswegs als so penetrant, wie befürchtet. Dafür sorgt schon die Auswahl einschlägiger Autoren, unter denen sich die namhaften Unternehmensberater Reinhard K. Sprenger, Fredmund Malik oder der McKinsey-Chef Jürgen Kluge befinden. Die Ökonomen Horst Siebert, Thomas Straubhaar oder Axel Börsch-Supan sind vertreten, aber auch die Journalisten Ursula Weidenfeld vom Berliner Tagesspiegel oder Nikolaus Piper von der Süddeutschen Zeitung. Die Grundmelodie, die durch die meisten dieser Anamnesen und Therapievorschläge für den Patienten Deutschland klingt, lautet: mehr Mut ?- das ist es, was Deutschland fehlt. So muss der Patient Deutschland begreifen, dass Medizin erstens nicht kostenlos zu haben ist und zweitens immer bitter schmeckt, wenn sie wirken soll. -Nina Hesse
Buch:
Im Namen der Zukunft - Politische Wege zur Nachhaltigkeit: Tagungsdokumentation der Studenteninitiative Wirtschaft & Umwelt e.V.
Autor:
Franz Jäger, Gerhard Maier-Rigaud, Thilo Bode, Gerhard Scherhorn, Michael Müller, Ausgabe vom 1994, Unbekannter Einband,
Buch:
Transit - Heft 24 - Die Zukunft der Gewerkschaften /Transnationale Demokratie
Autor:
Christoph Bieber, Thilo Bode, Richard B Freeman, Ausgabe vom Nov. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 4985797
Friedrich E. Harenberg, Hans-Joachim Kanzler, Jens Intemann, Alois Th. Nacke, Alexander Kratzsch, Horst-Günther Zaisch, Walter Bode, Thilo Cöster, Ausgabe vom 9. Juli 2008, Broschiert, Verkaufsrang 2506885