Wir sind das Salz von Florenz. Womöglich wäre die Geschichte anders verlaufen, hätte die junge Frau aus Ferrara, die schöne Laodomia, dem Spanner, der sie beim Ankleiden von seinem Fenster aus beobachtete, ihre Gunst gewährt. So aber wurde aus dem erotisch gefrusteten Studiosus Girolamo Jahre später der berüchtigte Fra Savonarola, ein unfroher Moralsäuerling, im Florenz seiner Zeit als sittenstrenger "Prophet Gottes" geachtet - vor allem aber gefürchtet. Der 1945 geborene Tilman Röhrig, sowohl als Jugendbuchautor wie auch im historischen Genre höchst erfolgreich zu Hause, legt ein seitenstarkes und buchstäblich dralles Sittengemälde aus der Zeit der Renaissance vor. Florenz, im Mai 1470: Il Magnifico Lorenzo de' Medici und sein Bruder Giuliano, Herrscher und nach eigenem Bekunden das "Salz von Florenz", haben ihren großen Auftritt. Unter allgemeiner Picknickstimmung wird auf der Piazza der letzte der Aufrührer des Aufstandes gegen die Medici-Brüder publikumswirksam massakriert. Ein schwerer Schlag gegen die rivalisierende Familie der Pazzi und ihren Protektor, den unfähigen Papst Sixtus IV., der beim Aushecken der Mordpläne eine unchristlich düstere Rolle spielte. Mitten hinein in den Kampf Lorenzos des Prächtigen gegen halb Italien, pflanzt Röhrig seine Hauptdarstellerinnen, die schon bekannte Laodomia und ihre Freundin Fioretta, zwei mehr als lebenslustige Frauen, die in Florenz ihr Glück wittern. Auf ihrem Liebes- und Leidensweg in allerhöchste Kreise, kreuzen sich Laodomias Wege schließlich mit denen des früh verschmähten Fra Girolamo wieder. Savonarola, der Sinnenfeind, ist auf dem Weg, Florenz zum Gottesstaat auszurufen. Dabei ist ihm der kunstsinnige Genussmensch Lorenzo ein Dorn im Auge. Auch Laodomia droht höchste Gefahr! Gewürzt mit allerlei fleischlichen Genüssen sowie martialischen Hinrichtungsorgien, umschifft Röhrig eine literarische Klippe, an der schon mancher deutsche Historienschreiber zerschellte: Pflegen doch nicht wenige Autoren zu Gunsten akkurater geschichtlicher Datenverarbeitung, allzu gerne den erzählerischen Spannungsbogen zu vernachlässigen. Röhrigs saftiges Renaissancegemälde jedoch, gemalt in leuchtenden Erzählfarben, muss den Vergleich mit einem Meisterwerk des Genres, Ken Follets Die Säulen der Erde keineswegs scheuen. -Ravi Unger
Buch:
In dreihundert Jahren vielleicht.
Autor:
Tilman Röhrig, Ausgabe vom 1999, Taschenbuch, Verkaufsrang 71793
Buch:
Wie ein Lamm unter Löwen: Historischer Roman
Autor:
Tilman Röhrig, Ausgabe vom 3. Mai 2011, Taschenbuch, Verkaufsrang 82945
Wie ein Lamm unter Löwen. Als der Knappe Lupold Kaiser Heinrich VI. die Nachricht von der bevorstehenden Geburt seines Thronerben überbringt, ist jener nicht sehr gerührt davon und seine Dankbarkeit gegenüber dem Boten und der Schwangeren hält sich in Grenzen. Roger, der Grund für die ganzen Aufregung, Roger-Konstantin, wird am Weihnachtstag 1196 auf dem Marktplatz von Jesi geboren. Doch seinen Vater stört die Namengebung. Kalt und eigenwillig entreißt er Konstanze von Sizilien das Kind und lässt es auf den Namen des Großvaters Barbarossa taufen: Friedrich. Mit beinahe nichts außer seinem gewinnenden Charme und seiner überwältigenden Überzeugungskraft überquert der Jüngling 1212 die Alpen, um sich zum deutschen König krönen zu lassen. Ein packender, dickleibiger historischer Wälzer, mit schönen Buchillustrationen, in den es sich wunderbar eintauchen lässt. Schade ist jedoch, dass Tilman Röhrig mit der Person Friedrich II. stellenweise etwas zu oberflächlich umgeht: Wie auch manch heutigen, machtvollen Weltpolitiker trieben extreme sexuelle Triebe den Monarchen um, aber das und Grausamkeiten bei der Bestrafung von Säumigen, Faulenzern und Feinden war sicher nicht das einzige, was die historische Figur des Barbarossa-Enkels ausmachte. Gerade sein Hang zur arabischen Welt, sein Mäzenatentum der Literatur, Malerei und Wissenschaften aller Art, seine grandiose Bauherrentätigkeit und sein politisch prägender Einfluss auf Europa bis hin zum Nahen Osten, sein Kampf gegen das dogmatisierende Papsttum, diese Facetten des Staufers kommen in diesem Buch einfach zu wenig zur Geltung. -Manuela Haselberger
Buch:
Die Burgunderin
Autor:
Tilman Röhrig, Ausgabe vom 13. März 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 51163
Tilman Röhrig, Ausgabe vom 22. Nov. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 301084
Buch:
Erik der Rote oder Die Suche nach dem Glück
Autor:
Tilman Röhrig, Ausgabe vom 16. Mai 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 411953
Erik der Rote oder Die Suche nach dem Glück Selbst seiner klugen Frau Thjodhild fällt es schwer, das Wesen ihres Mannes Erik, einem typischen Wikinger, zu beschreiben. "Da ist zunächst sein Stolz, der hat ihn schon beinah das Leben gekostet. Fleiß und Ausdauer. [...] Dazu kommt seine Kraft. Auch als Kämpfer kenne ich keinen besseren. Und er ist liebevoll zu mir. Und er weiß einen Hof zu führen. Natürlich hat er einen Wikingerschädel, der mich oft rasend macht, dass ich an seinem Verstand zweifle." Die unbeherrschte Art Eriks hat ihn beim monatlichen Spruch des Things schon zweimal in Schwierigkeiten gebracht. Beide Schuldsprüche verbannten ihn für Jahre, und immer wieder hat er sich aufgemacht, neues Land zu suchen. Zusammen mit seiner Familie reist er nach Grönland und gründet dort die erste Siedlung. Seine Unruhe hat er auch an den ältesten Sohn Leif vererbt. Leif bringt von seiner Schiffsreise nach Norwegen den ersten christlichen Priester nach Grönland. Erik, der fest an die nordischen Götter glaubt, ist entsetzt. Tilman Röhrig, der die Geschichte Eriks farbenprächig erzählt und mit dem Leser zusammen tief in die nordische Sagen- und Götterwelt eintaucht, das alltägliche Leben der Wikinger überaus plastisch schildert, ist als Jugendbuchautor längst kein Unbekannter mehr. Die "Buxtehuder Bulle" erhielt er für Thoms Bericht, der Deutsche Jugendliteraturpreis wurde ihm für In dreihundert Jahren vielleicht verliehen und für seinen spannenden Stauferroman Wie ein Lamm unter Löwen bekam er den Großen Rheinischen Kulturpreis. -Manuela Haselberger
Buch:
Übergebt sie den Flammen: Historischer Roman
Autor:
Tilman Röhrig, Ausgabe vom 30. März 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 236899
Buch:
Die Ballade vom Fetzer - Historischer Roman
Autor:
Tilman Röhrig, Ausgabe vom 24. Mai 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 467499
Buch:
Wir sind das Salz von Florenz
Autor:
Tilman Röhrig, Ausgabe vom 2002, Gebunden, Verkaufsrang 271897
Aus der Amazon.de-Redaktion Womöglich wäre die Geschichte anders verlaufen, hätte die junge Frau aus Ferrara, die schöne Laodomia, dem Spanner, der sie beim Ankleiden von seinem Fenster aus beobachtete, ihre Gunst gewährt. So aber wurde aus dem erotisch gefrusteten Studiosus Girolamo Jahre später der berüchtigte Fra Savonarola, ein unfroher Moralsäuerling, im Florenz seiner Zeit als sittenstrenger "Prophet Gottes" geachtet - vor allem aber gefürchtet. Der 1945 geborene Tilman Röhrig, sowohl als Jugendbuchautor wie auch im historischen Genre höchst erfolgreich zu Hause, legt ein seitenstarkes und buchstäblich dralles Sittengemälde aus der Zeit der Renaissance vor. Florenz, im Mai 1470: Il Magnifico Lorenzo de' Medici und sein Bruder Giuliano, Herrscher und nach eigenem Bekunden das "Salz von Florenz", haben ihren großen Auftritt. Unter allgemeiner Picknickstimmung wird auf der Piazza der letzte der Aufrührer des Aufstandes gegen die Medici-Brüder publikumswirksam massakriert. Ein schwerer Schlag gegen die rivalisierende Familie der Pazzi und ihren Protektor, den unfähigen Papst Sixtus IV., der beim Aushecken der Mordpläne eine unchristlich düstere Rolle spielte. Mitten hinein in den Kampf Lorenzos des Prächtigen gegen halb Italien, pflanzt Röhrig seine Hauptdarstellerinnen, die schon bekannte Laodomia und ihre Freundin Fioretta, zwei mehr als lebenslustige Frauen, die in Florenz ihr Glück wittern. Auf ihrem Liebes- und Leidensweg in allerhöchste Kreise, kreuzen sich Laodomias Wege schließlich mit denen des früh verschmähten Fra Girolamo wieder. Savonarola, der Sinnenfeind, ist auf dem Weg, Florenz zum Gottesstaat auszurufen. Dabei ist ihm der kunstsinnige Genussmensch Lorenzo ein Dorn im Auge. Auch Laodomia droht höchste Gefahr! Gewürzt mit allerlei fleischlichen Genüssen sowie martialischen Hinrichtungsorgien, umschifft Röhrig eine literarische Klippe, an der schon mancher deutsche Historienschreiber zerschellte: Pflegen doch nicht wenige Autoren zu Gunsten akkurater geschichtlicher Datenverarbeitung, allzu gerne den erzählerischen Spannungsbogen zu vernachlässigen. Röhrigs saftiges Renaissancegemälde jedoch, gemalt in leuchtenden Erzählfarben, muss den Vergleich mit einem Meisterwerk des Genres, Ken Follets Die Säulen der Erde keineswegs scheuen. -Ravi Unger 1