Product Description Erscheinungsjahr: 2009 14. Aufl. Gewicht: 130 gr / Abmessung: 19 cm Von Widmer, Urs Das Thema könnte brisanter gar nicht sein: Es heißt: strukturelle Arbeitslosigkeit - es ist das Dilemma der westlichen Industrie- und Wohlstandsgesellschaft. Doch anders als sonst wird das Thema ganz vom Kopf her aufgezäumt. Nicht um underdogs geht es, sondern um Top Dogs. Um Spitzenmanager also, die im Zuge global bedingter Umstrukturierung entlassen wurden und die sich jetzt, zwecks Schockabfederung, Enttäuschungsverarbeitung und späterer beruflicher Reintegration, in einem Zürcher Outplacement-Büro zusammengefunden haben. Wichtig ist der Perspektivenwechsel. Präsentiert wird ein Königsdrama der Wirtschaft, nicht ein Kleine-Leute-Stück. Das bugsiert das Spiel aus den Grauzonen der üblichen Sozialreportage heraus, sichert ihm überraschende Einsichten- und Witz: Ein klein wenig Schadenfreude, natürlich, ist auch dabei - schon tröstlich zu wissen, daß es auch "die da oben" jederzeit treffen kann. Lachend, bestens unterhalten, aber immer wiedre auch in Beklommenheit begreifen wir: Da ist etwas faul, nicht nur im Staate Helvetia; da bahnt sich weltweit ein ziemlich wölfischer Kapitalismus seinen Weg - in seiner Inhumanität notdürftig getarnt hinter den phraseologischen Fassaden eines dynamischen Neoliberalismus; da wird der Mensch, falls er nicht gerade als Verbraucher bnenötigt wird, zunehmend überflüssig; da müssen Manager nicht nur ihre Untergebenen, sondern am Schluß auch sich selbst entlassen - das ist die groteske Logik der Ökonomie. Die Globalosierung frißt ihre Kinder. (Aus Gerhard Jörders Preisrede auf Top Dogs beim Berliner Theatertreffen 1997)
Buch:
Top Dogs - Interpretationen
Autor:
Urs Widmer, Ausgabe vom 3. Febr. 2006, Broschiert, Verkaufsrang 58301
Aus der Amazon.ch-Redaktion Glücklich, wer zur rechten Zeit die richtige Zeitschrift abonniert hat: der darf sich regelmäßig auf einen kleinen Ausflug ins Widmer'sche Universum begeben, in die luftigen Höhen und düsteren Tiefen abenteuerlicher Gedankenreisen, eingezwängt ins Zeilenschema einer Kolumne. Für alle anderen gibt es zum Glück hin und wieder (wenn gerade kein Roman oder Theaterstück ansteht) einen Sammelband wie diesen. Passgenau geschnitze Kurzausführungen zu verschiedensten Themen: das Wetter (dazu hat bekanntlich jeder immer was zu sagen), Politik, das Alter(n) und eben über das Geld, die Arbeit, das Glück. Mitten aus dem Leben gegriffen ist das (aus dem Leben, wie es aus der Sicht von Urs Widmer aussieht), und unbesehen will man glauben, dass Widmer tatsächlich immer und überall dabei war: in überfüllten Kinos, ausverkauften Popkonzerten, bei der Stadtflucht (der Menschen) und der Landflucht (der Tiere), beim Blick in die menschliche Psyche ("Freud-Bashing"), bei der Entstehung des guten Rufs der Schweizer im Ausland ("Niemand konnte so gut Kuchen backen und Kühe melken wie wir"), und natürlich auch bei der gesamten Historie der Stadt Zürich, angefangen beim Urknall bis zur Apokalypse und dem endgültigen Ladenschluss des Café Odeon am 6. März des Jahres 10.986.053. Widmer holt aus dieser Form, was daraus nur zu holen ist, und ist längst schon darüber hinaus, die Form selbst zum Thema zu machen (obwohl auch die "Real-time-Kolumne" sich äußerst amüsant liest, die offensichtlich noch schnell vor dem Sommerurlaub entstanden ist). 29 Kolumen aus dem Züricher Tages-Anzeiger sind hier gesammelt, erstmals erschienen zwischen Januar 2001 und April 2002. Und weil diese Monate nicht einmal in der Schweiz (geschweige denn im Rest der Welt) nur voller Sonnenschein waren, taucht zwischen dem absurden Witz und der Komik mehr vom ungeschönten Ernst des Lebens auf als in anderen Büchern Widmers. Weil noch Platz war? Weil es mal wieder gesagt sein musste? Warum auch immer - am Ende gibt es noch einige Beiträge, die eher literaturwissenschaftlich zu nennen sind und in denen Widmer sich einmal mehr vor seinen Helden der Literatur verbeugt: Nabokov, Joseph Conrad, Gottfried Keller . Vielleicht auch waren die kurzweiligen Kolumen nur ein geschickter Trick, den Leser bis hierhin zu locken? -Heike Reher 1
Buch:
Der Geliebte der Mutter
Autor:
Urs Widmer, Ausgabe vom März 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 163353
Aus der Amazon.ch-Redaktion Als Clara, ein Mädchen aus reichem Hause, den jungen Edwin kennen lernt, ist er arm wie eine Kirchenmaus und hat nur eines im Kopf: Musik, moderne Musik von Komponisten, die in den 20er-Jahren noch kein Mensch kennt. Sie arbeitet für ihn und liebt ihn mit der gleichen Hingabe wie er seine Musik. Er ahnt nichts von dieser Liebe, heiratet eine andere, wird berühmt. Claras Leben hingegen zerbricht, ihre Liebe zu Edwin wird zur stummen Besessenheit, von der nie jemand etwas erfährt. Urs Widmer wurde 1938 in Basel geboren und arbeitet seit 1968 als freier Autor. Seine Romane gewannen zahlreiche Preise, für das Stück Top Dogs bekam Widmer 1997 den Mühlheimer Dramatikerpreis sowie den 3Sat-Innovationspreis. Außerdem wurde er in der Kritiker-Umfrage der Fachzeitschrift Theater Heute zum Dramatiker des Jahres 1997 gewählt. Der Geliebte der Mutter ist die Lebensgeschichte einer Frau, die nach ihrem Tod von ihrem Sohn aufgezeichnet wurde. Das Buch führt in eine Welt voller Gefühle und unerwiderter Leidenschaft, in der der Schmerz der Mutter jedoch nie pathetisch dargestellt wird. Vielleicht liegt es an der Distanz, in der ihr Leiden geschildert wird, vielleicht ist es aber auch die Unerschrockenheit mit der die Mutter ihr Leben führt, ihre emotionale Kraft, die selbst ihr "ich kann nicht mehr" zu einem Ausdruck der Selbstbehauptung macht. Urs Widmer wird zu Recht in einem Atemzug mit Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt genannt. Seine Sprache ist leicht und weiß doch um die Abgründe menschlichen Daseins. Sein Sprachwitz und seine gelassene Heiterkeit machen Der Geliebte der Mutter zu einem Werk, in dem auch zerstörerischen Gefühlen der nötige Respekt gezollt wird. -Bettina Wenzel 1
Buch:
Im Kongo
Autor:
Urs Widmer, Ausgabe vom April 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 195826
Product Description Der Altenpfleger Kuno erhält einen neuen Gast seinen Vater. In der Abgeschiedenheitdes Altersheims kommen sie endlich zum Erzählen. Kuno glaubte immer, sein Vater sei ein Langweiler,ohne Schicksal und ohne Geschichte - bis er mit einemmal merkt, daß dieser im Zweiten Weltkriegeinst Kopf und Kragen riskiert hat. Sein greiser Vater hat ein Schicksal,und was für eins! Diese Erkenntnis verändert Kunos Leben. Eine Reise indie eigenen Abgründe beginnt, in deren Verlauf es ihn bis in den tiefstenKongo verschlägt. Sehnsüchte werden wach und Träume wahr Jene lockende Ferne, die einst als Herz der Finsternisgalt, wird zum abenteuerlichen Schauplatz von Wahnwitz, Wildheit und innererBewährung.
Buch:
Das hohe Fenster
Autor:
Raymond Chandler, Ausgabe vom 24. Febr. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 223635
Aus der Amazon.ch-Redaktion Urs Widmer hat ein Versprechen eingelöst. Mit Das Buch meines Vaters komplettiert er seine Familiengeschichte, die vor einigen Jahren mit Der Geliebte meiner Mutter ihren Anfang gefunden hat. War damals der Vater kaum der Erwähnung wert, ist er nun omnipräsent und führt durch mehrere Jahrzehnte Schweizer Geschichte, situiert in einer imaginären städtischen Symbiose von Basel und Zürich. In einem fantastischen, rauschhaften Intro in den Roman, der Schilderung einer wilden Initiation, erzählt Widmer, was es denn mit dem Buch des Vaters auf sich hat. Denn wie jeder in seinem Heimatdorf hat auch sein Vater an seinem zwölften Geburtstag ein leeres Buch bekommen, das er in der Folge zu beschreiben hat und das erst nach seinem Tod von anderen gelesen wird. Das Dorf in den Bergen hält auch für jeden seiner Bewohner seinen persönlichen Sarg bereit, Särge, die sich in einem bizarren, bewegungslosen Totentanz vor den Häusern stapeln (bis die touristische Invasion der Japaner dem Mahnmal ein Ende bereitet). Als der Vater stirbt, ist das Buch verschwunden, durch die Mutter im Müll gelandet - ungelesen. Also macht sich Urs Widmer daran, es neu zu schreiben. Er ist ein Getriebener, sein Vater, ein rastloser Übersetzer und Amateur der Literatur, Lehrer mit unbeholfenen, doch idealistischen politischen Ideen, Freund vieler Schriftsteller und Künstler, Genussmensch und Vater, der für seinen kleinen Sohn immer wieder neue Namen erfindet: "Hallo, Murmeltier." Glücklich, so scheint es, ist er nur in der Literatur. Seine Frau, deren Schwermut immer prekärer wird, muss sich mit dem begnügen, was übrig bleibt für sie an Zeit und Gefühl. So eröffnet sie auch Edwin Schimmel - wir kennen die Figur aus Der Geliebte meiner Mutter - als Erstem, dass sie schwanger ist. Warum ihm?, fragt der Vater: "Ich weiß es nicht." Urs Widmers Roman kommt mit der ihm eigenen Leichtigkeit daher, hinter der sich die Tragik der Welt, aber auch die Freuden, die ganz großen, so schemenhaft deutlich verdecken können. Ein Lebensbuch, im wahrsten Sinne des Wortes. -Martin Walker 1