Ein Ort für die Ewigkeit. Winter 1963 im tiefsten Nordengland. Inspektor George Bennett hätte längst zu Hause sein sollen. Doch da er neu im Amt ist, nimmt er auch die letzte Vermisstenanzeige mit Eifer auf. Die 13-jährige Alison ist verschwunden. Bald deutet alles darauf hin, dass das Mädchen vergewaltigt und ermordet wurde. Und zwar von ihrem Stiefvater, dem Gutsherrn des Dörfchens Scardale. Die Leiche bleibt unauffindbar. Dennoch gelingt es dem ehrgeizigen Inspektor, den Gutsherren zu überführen. Er wird, obwohl er bis zuletzt seine Unschuld beteuert, zum Tode verurteilt. 35 Jahre später: Die Journalistin Catherine Heathcote möchte ein Buch über den mysteriösen Mord von Scardale schreiben. Kaum ist das Werk fertig, verbietet Bennett die Veröffentlichung. Etwas, scheint es, hat ihn restlos ver- und zerstört. Catherine macht sich erneut auf Spurensuche - und entdeckt die Geschichte hinter der Story. Für Ein Ort für die Ewigkeit verlässt die schottische Krimi-Autorin Val McDermid ihre gewohnten Pfade. Dem Hochspannungsroman fehlen die blutigen Horrorszenarien, mit denen sie sich im preisgekrönten Thriller Das Lied der Sirenen in die Nähe eines Thomas Harris schrieb. Sie verzichtet auf den makabren Humor der Bücher um ihre Serienheldinnen Kate Brannigan oder Lindsay Gordon. Stattdessen bietet die Ex-Journalistin eine griechische Tragödie im Gewand eines klassischen englischen Krimis. Geschickt legt sie Fährten, streut Zweifel, führt in die Irre. Und malt ganz nebenbei das exakte Porträt einer verschworenen Dorfgemeinschaft, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Unrecht und Schuld hat. Ein Buch, das man trotz des Ziegelstein-starken Umfangs nicht vor der letzten Seite aus der Hand legen kann. -Beate Strobel
Buch:
Ein kalter Strom (Knaur TB)
Autor:
Val McDermid, Ausgabe vom 1. Sept. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 79624
EIN KALTER STROM Was für ein grauenhafter Mord: ein Professor aus dem holländischen Leiden wird misshandelt, nackt, festgebunden auf einem Tisch gefunden, ertränkt auf bestialische Weise. Der Mörder: ein Psychopath, der in seiner Kindheit vom eigenen Großvater gequält und gedemütigt wurde. Werden Tony Hill und Carol Jordan den Mörder, dem eine Tat nicht genügt, fassen? Natürlich werden sie, aber bis dahin, 620 Seiten später heißt es, Atem anhalten und freiwillig auf Schlaf verzichten. Denn das ist Spannung pur, was einem da in kurzen, plakativen Kapiteln und einem Stil, der etwas von süchtig machenden Geschmacksverstärkern hat, um die Ohren gehauen wird. Ein ungeheuer fesselndes Hin und Her, ein ständiger Szenenwechsel, im Dreieck Deutschland, England und Holland und ein ständiger Wechsel der Perspektive: Psychologen, die mit Täter-Profilen arbeiten, Polizei und Pathologen, lange ohne konkrete Spur, der Psychopath, der auf ganz besondere Weise enttarnt und entlarvt wird. Schon nach wenigen Seiten ist die Fantasie derart beflügelt, dass man den Thriller verfilmt vor Augen hat. Eine ausgedehnte, mörderisch gute Geschichte, für deren Recherchen sich Val McDermid an Orte einschmuggeln ließ, "wo ich gar nicht hätte sein dürfen". Vielleicht ist das ihr Erfolgsrezept: engagiertes Recherchieren, Gespräche, Ortsbesichtigungen, intensive Lektionen in Sachen Mord und Totschlag. Derart in die Materie geworfen, muss die Geschichte einfach lebendig sein und: es ist mehr als ein nur konstruierter Thriller. Nicht umsonst sind Val McDermids Romane schließlich auch preisgekrönt. In Bezug auf die Schauplätze, so gesteht Val McDermid, habe sie sich einige "teuflische Freiheiten geleistet". Der Leser möge die "lockere Hand im Umgang mit der Realität nachsehen". Eine charmante Bitte der Autorin, aber: kein Leser wird damit angesichts dieser Spannung ein wirkliches Problem haben! -Barbara Wegmann
Buch:
Schlussblende (Knaur TB)
Autor:
Val McDermid, Ausgabe vom 1. Okt. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 52600
Val McDermid, Ausgabe vom 1. Okt. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 75581
Aus der Amazon.de-Redaktion Nach dem brutalen Scheitern eines Undercover-Einsatzes in Berlin wird die Sonderermittlerin Carol Jordan von ihrem alten Chef in das nordenglische Bradfield zurückgerufen, um wieder ihre frühere Stelle als Detective Chief Inspector anzutreten. Carol leidet noch immer an den Folgen dieses Einsatzes, zudem stößt sie bei ihren Kollegen auf starke Vorbehalte, was ihre psychische Stabilität und ihre Führungsqualitäten betrifft. Geplagt von Selbstzweifeln und ihren bösen Erinnerungen fällt es Carol schwer, sich in ihrer gewohnten Umgebung einzuleben. Zwar ist auch ihr Freund und ehemaliger Geliebter, der Psychologe Tony Hill, nach Bradford zurückgekehrt, um sich in einer psychiatrischen Haftanstalt neuen Aufgaben zu widmen, doch ihre Annäherung wird nach wie vor von den Vorfällen in Berlin überschattet. Zu allem Überfluss tun sich schon mit den ersten beiden Fällen, deren Leitung Carol übernimmt, erneut menschliche Abgründe auf, die sie vor eine schwere Belastungsprobe stellen. Im ersten Fall deuten die Umstände des Verschwindens eines kleinen Jungen bald auf die Machenschaften von Pädophilen und Kinderschändern hin. Doch weit folgenreicher soll sich die Jagd nach einem Prostituiertenmörder erweisen: Hier sieht sich Carol trotz ihrer eigenen bösen Erfahrungen gezwungen, eine junge Kollegin in einen gefährlichen Undercover-Einsatz zu schicken ... Mit Tödliche Worte knüpft Val McDermid fast nahtlos an ihren harten Psychothriller Ein kalter Strom an. Und wiederum bleibt sie sich selbst treu und inszeniert mit dem vierten Fall um ihr Ermittlerduo Tony Hill und Carol Jordan buchstäblich ein Schrecken ohne Ende. Der über 500 Seiten starke Thriller ist deshalb auch nichts für zart besaitete Gemüter, denn McDermids Grundthema dieser Serie bleibt die Pathologie des Bösen mit der alptraumhaften Psychologie und den Innenansichten von Serienmördern. Doch wo sich die schottische Autorin mit eigenständigen und exzellenten Romanen wie Echo einer Winternacht auf bemerkenswerte Weise erzählerisches Terrain erobert hat, wiederholen sich in Tödliche Worte die Erzählmuster ihrer vorangegangenen Serienromane auf zu offensichtliche Weise. So wirkt der Plot mit seinen Perspektivwechseln hier fast nur noch reißerisch. Gleichzeitig mangelt es der Handlung stellenweise an Logik, was hier z. B. ganz deutlich an den unglaubwürdigen Abläufen der polizeilichen Ermittlungsarbeit zu erkennen ist. Insgesamt hinterlässt der Roman einen recht zwiespältigen Eindruck: Spannend erzählen kann Val McDermid allemal, deshalb wäre es sehr schade, wenn sie uns nichts Neues mehr zu erzählen hätte. -Christian Koch 1
Buch:
Das Moor des Vergessens
Autor:
Val McDermid, Ausgabe vom 1. Febr. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 181817
Das Moor des Vergessens Ein wenig enttäuschend ist es für die Bewohner des Dorfes Fellhead schon. Überall im Moor werden immer wieder Jahrtausende alte Leichen an die Oberfläche gespült, nur im Lakeland-Moor scheint es anders zu sein. Lediglich "Hunderte von Jahren" gibt Detective Chief Inspector Ewan Rigston dem Fund in den uralten Torfbänken bei Carts Moss laut einer Zeitungsmeldung. Trotzdem gibt es eine Besonderheit, die Jane Gresham bei der Lektüre der Zeitung den Atem stocken lässt. Denn die Moorleiche ist über und über mit Tätowierungen geschmückt. Und hatte nicht auch Fletcher Christian solche Tätowierungen mit aus der Südsee gebracht - Fletcher Christian, der nicht nur die berühmte Meuterei auf der Bounty anführte, sondern in seiner Jugend auch mit dem nicht minder berühmten Dichter William Wordsworth befreundet gewesen war? Wordsworth soll ein verschollenes Werk über Fletcher geschrieben haben. Diese Legende ist Janes "Lieblingssage aus dem Hinterland". Aber die Literaturwissenschaftlerin ist nicht nur Wordsworth-Expertin. Sie ist auch noch in Fellhead geboren. Kein Wunder also, dass sie mehr wissen will über den rätselhaften Mann aus dem Moor - und sich auf die Suche nach Wordsworths Manuskript begibt. Hat das Dienstmädchen Dorca, dass die Schrift nach Wordsworths Tod vernichten sollte, ihre Pflicht erfüllt? Oder geistert sie vielleicht doch noch unter ihren Erben herum? In Das Moor des Vergessens begleitet Thriller-Expertin Val McDermid ihre Heldin bei ihren Nachforschungen. Und als ob dieser Plot nicht schon spannend genug wäre, hat die schottische Autorin die Geschichte noch mit einer Kriminalhandlung verknüpft. Denn alle potenziellen Besitzer von Wordsworths Manuskript werden umgebracht, bevor Jane mit ihnen sprechen kann. So wird Das Moor des Vergessens nicht nur zu einer Atem beraubenden Jagd nach dem Werk eines großen Dichters, der in eingeschobenen Brieffragmenten sogar selbst zu Wort kommt: Der Roman wird selbst zu einem kleinen Meisterwerk des Thriller-Genres. -Isa Gerck
Buch:
Echo einer Winternacht: Thriller
Autor:
Val McDermid, Ausgabe vom 1. Dez. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 26498
Echo einer Winternacht In einem Interview bemerkte die schottische Bestsellerautorin Val McDermid unlängst, dass es angesichts neuer kriminalistischer Methoden wie denen der forensischen Medizin immer schwieriger werde, einen logisch und schlüssig aufgebauten Kriminalroman zu schreiben. Irgendwie mag man ihr das nach der Lektüre von Echo einer Winternacht nicht glauben: Dafür ist er einfach zu spannend und stringent erzählt. Val McDermid gelingt diese Spannung in ihrem neuen Roman paradoxerweise ganz einfach ausgerechnet dadurch, dass sie die neuen Methoden der Kriminalistik in ihre Handlung mit einbezieht. Durch die neuen Möglichkeiten etwa der DNA-Analyse ermuntert, rollt die Polizei des verschlafenen Universitätsstädtchens St. Andrews alte Fälle wieder auf, darunter auch den von Rosemary Duff, die in einer Winternacht vor 25 Jahren, am 16. Dezember 1978, von vier betrunkenen Studenten sterbend und blutüberströmt im Schneetreiben aufgefunden wurde. Damals ermittelte die Polizei gegen die Gruppe, allerdings ohne Erfolg. Allerdings hatte sich das Leben der Kommilitonen danach dennoch drastisch verändert. Denn in St. Andrews waren die vier Freunde auch ohne Beweise als Täter abgestempelt und von den Bewohnern des Ortes gemieden worden. Nach einem Vierteljahrhundert haben es die einstmaligen Jugendfreunde geschafft, sich ein halbwegs normales Leben aufzubauen. Aber jetzt zieht ein neuer Mörder umher, der in einer Form von Selbstjustiz den Ex-Studenten nach dem Leben trachtet. In welchem Verhältnis steht der rätselhafte Unbekannte zu den Ereignissen damals? Dieser Frage geht McDermids Echo einer Winternacht in einem grandios entwickelten Spannungsbogen nach. Fesselnder geht es nicht. -Stefan Kellerer
Buch:
Abgeblasen
Autor:
Val McDermid, Ausgabe vom Dez. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 663069