Product Description Tod eines Handlungsreisenden, uraufgeführt am 10.2.1949 in New York, erlebt eine Renaissance. Die erfolgreiche Inszenierung des Stücks 1984 am Broadway mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle diente Volker Schlöndorff als Grundlage für seine Verfilmung. Das Scheitern des Handelsvertreters Willy Loman an einem inhumanen Wirtschaftssystem sowie an seiner persönlichen Lebenslüge steht heute für das Scheitern einer Gesellschaftsordnung. Die Orientierungslosigkeit einer ganzen Kultur, die ihres Glaubens an einen ewigen Fortschritt beraubt ist und der es verwehrt bleibt, an Traditionen und Lebensmodelle früherer Zeiten anzuknüpfen, spiegelt sich im Schicksal Willy Lomans und seiner Familie. Die Absurdität des Selbstmordes von Loman, der den Schein eines Glücks zu retten versucht, und ein einziges Mal zu sich selbst findet, indem er sich auslöscht, ist zu verstehen als Appell an den einzelnen und die Gesellschaft, sinnvolle Wertordnungen und humane Lebensformen zu entwickeln.
Buch:
Licht, Schatten und Bewegung: Mein Leben und meine Filme
Autor:
Volker Schlöndorff, Ausgabe vom 20. Aug. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 317674
Aus der Amazon.de-Redaktion Auf Seite 328 findet sich eine Passage, die einiges Licht auf das Schaffen und die Zweifel Volker Schlöndorffs wirft. Nachdem seine Proust-Verfilmung "Eine Liebe von Swann" in Frankreich durchgefallen war, befiel den Regisseur angesichts seiner nächsten literarischen Großbaustelle, dem "Tod eines Handlungsreisenden", eine lähmende Befürchtung. Womöglich glich er als Filmemacher eben jenem glücklosen Vertreter Willy Loman, der "durch die Welt reist, selten etwas verkauft, sich aber große Illusionen macht?" - Womöglich steckt darin ein Fünkchen Wahrheit. Während sich seine deutschen Kollegen Petersen und Emmerich als Blockbuster-Garanten auf der Sonnenseite Hollywoods etablierten, blieb Schlöndorff bei seinen ambitionierten Literaturverfilmungen. Und scheiterte nicht selten auf höchstem Niveau. Darüber nun aus seinem Munde zu hören, gleicht einer Lehrstunde deutschen Kinoschaffens! Ein Leben, das mit einem fürchterlichen Paukenschlag eröffnet. Volker und sein kleiner Bruder müssen 1944 miterleben, wie die Mutter einen gräßlichen Flammentod erleidet. Lebenslanges Trauma, Jahrzehnte später noch eingegossen in die Bilder des kleinwüchsigen Oskar Matzerath, der verzweifelt an die Tür der sterbenden Mutter hämmert. Wir begleiten den Austauschschüler ins Jesuiten-Internat und das anschließende zehnjährige Exil in Frankreich. Allein die Lehrjahre bei den Regiegottheiten Melville, Resnais, Tavernier und Louis Malle, wären ein eigenes Buch wert. Zurück in der Heimat wartete der junge deutsche Film auf einen wie Schlöndorff. Frankreich hatte ihn bereits zum "Jungen Törleß" inspiriert. Nun war "Michael Kohlhaas" Programm. Die 68er brauchten ihre Dokumentaristen. Und die große Margarethe von Trotta trat in sein Leben. Gesucht ? und gefunden. Gänzlich unaffektiert und bescheiden geleitet uns Schlöndorff, der sich nach eigenem Bekunden "nicht für einen der Großen" hält, durch ein Leben, das von seinen Filmen förmlich biografisch flankiert wurde. "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", "Deutschland im Herbst", bleischwere Jahre, düstere Filme. Schließlich der Wurf, der bis heute den innersten Kern in Schlöndorffs künstlerischem Dasein definiert: "Die Blechtrommel". Das natürliche Herzstück des Buches, festgehalten in faszinierenden Tagebucheinträgen. Die Dankesrede des Preisträgers, ein Fiasko deutscher Belehrungswut, das in Hollywood auf Befremden stieß. Große Namen geben im Buch einander die Klinke in die Hand. Grass als Nervensäge am Set. Später dann sein amerikanisches Gegenstück Arthur Miller, der seinen "Handlungsreisenden" nicht aus den Klauen lassen wollte. Hier, der weise Max Frisch als "Homo Faber-Ratgeber. Drüben, ein ungewohnt nickeliger Dustin Hoffman. Böll, der Große. Und ein ganz kleiner Alain Delon, der sich als Rache (Jeremy Irons hatte die Hauptrolle in "Swann" bekommen), bitter unprofessionell verhielt, was selbst den notorisch konzilianten Dauerlächler Schlöndorff auf die Barrikaden trieb. Filmgeschichte(n) ? und kein Ende. Man hört, dieses wunderbare Buchprojekt wäre nur zustande gekommen, weil Eichinger Schlöndorff die Regie zu "Die Päpstin", einem langjährigen Lieblingsprojekt, entzogen hatte. Plötzlich war Zeit da. Er hat sie genutzt. Was wir vor uns liegen haben, ist um Klassen besser als es "Die Päpstin" vermutlich je werden wird. Behaupten wir mal frech.?Ravi Unger
Hörbuch:
Jansens Kino - Eine Geschichte des Kinos in 100 Filmen: Jansens Kino: Der junge Törless / Abschied von Gestern - Jansens Kino: CD 29: FOLGE 29
Ausgabe vom Mai 2008, Audio CD, Verkaufsrang 1651862
Buch:
Jean-Pierre Melville
Ausgabe vom 1. Januar 1982, Broschiert, Verkaufsrang 867163
Buch:
Die Blechtrommel als Film - (Das Drehbuch, die 650 Bilder, die Dokumente, die Materialien, die Spezialeffekte, die Notizen, die geschnittenen Szenen, der Drehplan)
Autor:
Günter Grass, Ausgabe vom 1979, Gebunden, Verkaufsrang 1068812
Buch:
Der Unhold - Mit Auszügen aus dem Drehbuch
Autor:
Volker Schlöndorff, Michel Tournier, Ausgabe vom Juni 1998, Gebunden, Verkaufsrang 2367285
Buch:
Kulturverschwörung: Kulturinstitutionen auf dem Prüfstand für die Zukunft (suhrkamp taschenbuch)
Ausgabe vom 26. März 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 674342