Aus der Amazon.de-Redaktion Erinnern Sie sich auch daran, wie Sie Ihre Mutter als Kind im Supermarkt ermahnt hat: "Nicht anfassen! Man sieht mit den Augen nicht mit den Händen." Die Wahrheit in diesem Satz ist unbestreitbar. Trotzdem gibt es Dinge, die man einfach in die Hand nehmen muss, um sich ihrer Schönheit und Vollendung richtig bewusst zu werden. Das Auge allein wäre überfordert. Der Bildband "Iran - Land der Rosen und des Schleiers" von Autor Walter M. Weiss und Fotograf Kurt-Michael Westermann ist so ein Gegenstand. Schon der Schutzumschlag, auf dem ein in vielfältigen Blautönen leuchtendes Portal abgebildet ist, verlangt danach, ehrfürchtig mit den Fingerkuppen gestreichelt zu werden. Im Innern des Buches entfaltet sich dann ein wahrer Bilderrausch. Einfühlsam lüften die Autoren den dunklen Schleier, der nach der Revolution von Ayatollah Khomeini im Jahr 1979 über das Land gefallen ist. Die beinahe unerträglich schönen Bilder zeigen das Innenleben der hektischen Metropole Teheran und verhelfen diesem Moloch zu einem menschlichen Gesicht. Andere Aufnahmen, zum Beispiel von offenen und freundlichen Menschen, den zahlreichen Kulturdenkmälern aus der fast 4000-jährigen Geschichte und der vielfältigen Landschaft, die sowohl fruchtbare, grüne Täler, schroffe Bergregionen als auch lebensfeindliche Wüsten umfasst, vertreiben kaum wahrnehmbar die meisten der ziemlich unerfreulichen und ungerechten Klischees über den Iran. Die einfühlsamen Texte, die auch die natürlichen Befremdlichkeiten eines westlichen Besuchers ausdrücken, helfen zusätzlich die Kultur und die Gesellschaft dieses facettenreichen Landes zu verstehen. Höchst interessant sind vor allem die Interviews, in denen Religionsforscher, Politologen, Publizisten, Hausfrauen, jugendliche Teppichhändler und Künstler zu ihrem Leben im Iran befragt wurden. Wenn man von diesem Bildband die Finger lassen würde, man würde eine ganze Menge Schönes verpassen. -Carmen Krippl