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| | Buch: | Die Geschichte der RAF |
| Autor: | Willi Winkler, Ausgabe vom 1. Okt. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 60155 |
| Preis: | 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Im Jahr 30 nach dem "Deutschen Herbst" 1977 ist eine ganze Reihe neuer Bücher über die "Rote Armee Fraktion" erschienen. Willi Winkler hat mit Die Geschichte der RAF sicherlich eines der lesenswertesten vorgelegt, auch weil es ihm - ohne nur im Geringsten das bloß noch Verbrecherische des Terrorismus der RAF zu relativieren - zu zeigen gelingt, aus welchem Humus und warum dieser Terrorismus erwachsen konnte und wie die RAF "halb willentlich, halb ahnungslos, aber besessen von einem heute unbegreiflichen jugendlichen Moralismus in die Brutalität hineingeriet". Die ersten Kapitel bieten einen kurzen historischen Rückblick auf die Zeit, in der nicht wenige in der Gewalt eine Option des "Widerstands" zu sehen begannen, der in mancher Hinsicht gewiss auch ein nachholender war. Winkler erinnert an die heute oft vergessen scheinenden tiefen gesellschaftlichen Verwerfungen infolge der Wiederbewaffnungsdebatte schon in den 50-er Jahren, an die "Schwabinger Krawalle", die sich 1962 an der Brutalität entzündeten, mit denen die Münchner Polizei drei jungen Musikern das Gitarrespielen nach Mitternacht austrieb, und an die bis mitten in die Gesellschaft reichenden Sympathien für die revoltierenden Studenten, deren Auflehnung sich nicht zuletzt gegen Repräsentanten einer Obrigkeit richtete, die ihnen nichts dazugelernt zu haben schien. Es folgen ebenso prägnante wie reflektierte Darstellungen der in der linken APO-Szene ausgetragenen Diskussion um Revolution und Guerillakampf, der Ereignisse des 2. Juni 1967, an dem der Student Benno Ohnesorg auf einer Demonstration von einem Polizisten erschossen wurde, des Attentats auf Rudi Dutschke, der Brandanschläge von Frankfurt 1968 und die Prozesse gegen die Brandstifter der Gründergeneration der RAF. Auch die nachfolgende, im Detail recht komplexe Geschichte der RAF, die mit ihrem Terror die Republik über drei "Generationen" und drei Jahrzehnte in Atem halten sollte, rekapituliert der Autor in allen wichtigen Details ebenso kenntnisreich wie im zeitgeschichtlichen Urteil souverän. Winklers Geschichte der RAF gehört zweifellos zu den besten Überblicksarbeiten, die bisher zu diesem düsteren Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte vorgelegt wurden. An ihrem Ende steht die Erkenntnis: "Der Sinn der Organisation RAF war ihr Scheitern." - Andreas Vierecke
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 7 Bewertungen)
Leserkommentare:* Sehr interessant... (5 von 5 Punkten) meint D. aus Hamburg ...wenn man sich mit diesem Thema intensiv beschäfit. Sehr gut geschrieben, spannend, sehr gut und flüssig zu lesen. Perfekte Ergänzung zu Stefan Aust "Der Baader Meinhof Komplex". Empfehlenswert.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Duffy: Kriminalroman |
| Autor: | Dan Kavanagh, Ausgabe vom 1. Dez. 2008, Broschiert, Verkaufsrang 663537 |
| Preis: | 8,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)
Leserkommentare:* Hochneurotisch, spannend und sehr underdog (5 von 5 Punkten) meint . Drei Duffy-Krimis habe ich in den letzten drei Tagen gelesen. Duffy, Schieber-City und Abblocken. Und genau das ist auch die Rangfolge der Qualität. Im ersten Roman habe ich noch mit Wohlgefallen des hochneurotischen Sicherheitsexperten verfolgt. Der Ausgangspunkt war Erpressung. Und dann ging es bis tief in die Londoner Soho-Szene hinein, zu der Duffy als Ex-Polizist noch gute Beziehungen hatte. Es wird raffiniert, brutal und spannend. Und im Augenblick mag ich nicht mehr zuschauen, wie Käse mit einer Garotte geschnitten wird. Besonders nett finde ich die Uhrentickneurose von Duffy. Jede Uhr von Übernachtungsgästen muss im Badezimmer in einer Tupperware-Dose untergebracht werden. Die Neurosen werden selbstverständlich auch in den folgenden Büchern thematisiert - leider fast mit genau denselben Worten. Vielleicht liegt das an der Übersetzung? In Schieber-City geht es um Schiebereien auf dem Flughafen Heathrow. Nein, auch das ein Thema, das mich nicht sonderlich interessier. Und in Abblocken, der Name deutet es schon an, dreht sich alles um den Fußball. Provinzmannschaft auf dem absteigenden Ast wird sabotiert. Mir scheint, Kavanagh/Barnes hat so ein bisschen die Lust verloren. Also meine Empfehlung: Duffy. Und aus alten Tagen erinnere ich mich auch nach an die Lektüre von "Auf den Hund gekommen", den ich sehr gut fand.
Erinnerung und wahrheit (4 von 5 Punkten) meint . Erfreut laß ich nach nun 20 Jahren der Ersterscheinung wieder, diesmal von rowohlt, "duffy". Immer noch ein klasse Krimi, brutal und obszön, hart aber dadurch auch wirklich. Wenngleich heute die pornographischen Schilderungen - die nun auch bei jeder beliebigen kunstausstellungsbesprechung in der FAZ so stehen könnten - nicht mehr provozierend wirken und sind. "Duffy", dürfte der erste echte schwule Krimiheld aus England sein. ( bitte: er schläft z w a r a u c h mit Frauen, aber ...) Vom Plot her immer noch spannend und überraschend, von der Sprache her hart. Anrührend für den Leser/die Leserin sicherlich die Schilderungen der entstehenden (sex/porno)szene in der noch "Vor aids zeit". "Duffy" liest sich gut, schnell und hat die Spannung die ein krimi braucht. Übrigend handelt dieser Band tatsächlich von den Thema Erinnerung und Wahrheit. Und dies an der Schwelle der beginnenden politischen Neuzeit unter Maggie T. (the bitch ;-))
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| | Buch: | Die Geschichte der RAF |
| Autor: | Willi Winkler, Ausgabe vom 21. Sept. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 415387 |
| Preis: | 22,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Im Jahr 30 nach dem "Deutschen Herbst" 1977 ist eine ganze Reihe neuer Bücher über die "Rote Armee Fraktion" erschienen. Willi Winkler hat mit Die Geschichte der RAF sicherlich eines der lesenswertesten vorgelegt, auch weil es ihm - ohne nur im Geringsten das bloß noch Verbrecherische des Terrorismus der RAF zu relativieren - zu zeigen gelingt, aus welchem Humus und warum dieser Terrorismus erwachsen konnte und wie die RAF "halb willentlich, halb ahnungslos, aber besessen von einem heute unbegreiflichen jugendlichen Moralismus in die Brutalität hineingeriet". Die ersten Kapitel bieten einen kurzen historischen Rückblick auf die Zeit, in der nicht wenige in der Gewalt eine Option des "Widerstands" zu sehen begannen, der in mancher Hinsicht gewiss auch ein nachholender war. Winkler erinnert an die heute oft vergessen scheinenden tiefen gesellschaftlichen Verwerfungen infolge der Wiederbewaffnungsdebatte schon in den 50-er Jahren, an die "Schwabinger Krawalle", die sich 1962 an der Brutalität entzündeten, mit denen die Münchner Polizei drei jungen Musikern das Gitarrespielen nach Mitternacht austrieb, und an die bis mitten in die Gesellschaft reichenden Sympathien für die revoltierenden Studenten, deren Auflehnung sich nicht zuletzt gegen Repräsentanten einer Obrigkeit richtete, die ihnen nichts dazugelernt zu haben schien. Es folgen ebenso prägnante wie reflektierte Darstellungen der in der linken APO-Szene ausgetragenen Diskussion um Revolution und Guerillakampf, der Ereignisse des 2. Juni 1967, an dem der Student Benno Ohnesorg auf einer Demonstration von einem Polizisten erschossen wurde, des Attentats auf Rudi Dutschke, der Brandanschläge von Frankfurt 1968 und die Prozesse gegen die Brandstifter der Gründergeneration der RAF. Auch die nachfolgende, im Detail recht komplexe Geschichte der RAF, die mit ihrem Terror die Republik über drei "Generationen" und drei Jahrzehnte in Atem halten sollte, rekapituliert der Autor in allen wichtigen Details ebenso kenntnisreich wie im zeitgeschichtlichen Urteil souverän. Winklers Geschichte der RAF gehört zweifellos zu den besten Überblicksarbeiten, die bisher zu diesem düsteren Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte vorgelegt wurden. An ihrem Ende steht die Erkenntnis: "Der Sinn der Organisation RAF war ihr Scheitern." - Andreas Vierecke
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 7 Bewertungen)
Leserkommentare:* Sehr interessant... (5 von 5 Punkten) meint D. aus Hamburg ...wenn man sich mit diesem Thema intensiv beschäfit. Sehr gut geschrieben, spannend, sehr gut und flüssig zu lesen. Perfekte Ergänzung zu Stefan Aust "Der Baader Meinhof Komplex". Empfehlenswert.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Amerikaner und andere Menschen |
| Autor: | John Updike, Ausgabe vom 5. Febr. 1987, Taschenbuch, Verkaufsrang 523506 |
| Preis: | 7,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Ebenso klug wie in seinen Romanen äußert sich Updike in diesem Band über Literatur und Kulturgeschichte, über Architektur und den amerikanischen "Way of Life". Den Schwerpunkt des Bandes bilden Updikes literarische Essays. Mit dem Sachverstand und dem geschärften Blick des Insiders gibt er neue Einblicke in die Werke berühmter Autoren von Flaubert und Joyce bis zu Böll und Kundera, macht mit verblüffender Leichtigkeit komplexe Zusammenhänge anschaulich und erweist sich nicht zuletzt als unerbittlicher und unbestechlicher Kritiker seines eigenen Werkes.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Background-Infos aus Amerika (4 von 5 Punkten) meint . Nahezu jede Kurzgeschichte, Rezension, Vortrag die hier niedergeschrieben sind, sind so fesselnd wie seine Romane, doch mit der Trauer gelesen, dass schon bald der Schlusspunkt erreicht, das letzte Wort gelesen ist. Einige Geschichten möchte man auswendig lernen, um sie zu verinnerlichen; Geschichten, die wir erlebt haben könnten, in denen wir vorkommen, auch wenn deren Helden einige tausend Meilen von hier existieren. Updike-County ist überall, es ist eine Geisteshaltung; eine Art, das Leben zu sehen und zu lieben... |
| | Buch: | Mick Jagger und die Rolling Stones |
| Autor: | Willi Winkler, Ausgabe vom 13. Sept. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 736033 |
| Preis: | 24,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion "Er hat zwei wulstige und ungewöhnlich rote Lippen, und die Lippen schürzen sich zu dem trägsten, vertraulichsten, feuchtesten und lippigsten Beischlaf-Grinsen." Man braucht nicht lange zu überlegen, um zu wissen, von wem der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe da gesprochen hat - natürlich von Mick Jagger, dem charismatischen Kopf der unkaputtbarsten Rockband der letzten 40 Jahre: der Rolling Stones. Willi Winkler, der im vergangenen Jahr schon mit einer viel beachteten (aber auch viel verrissenen) Bob-Dylan-Biografie auf sich aufmerksam gemacht hat, hat sich nun die Stones vorgenommen: Nicht, dass es noch keine Bücher über die erfolg- und überhaupt reichste Band der Welt gäbe, nein, doch das hat Winkler bei Herrn Dylan ja auch nicht gestört. Macht in diesem Fall aber auch nichts, denn der schön aufgemachte, großformatige Band überrascht und erfreut vor allem mit einer Menge interessanter und teilweise selten bis noch gar nicht gesehener Fotos, schon allein das rechtfertigt dieses Buch. Und auch der Text geht in Ordnung: In launiger, flockig-leichter Sprache, in einer eigenwilligen, letztlich aber doch gut funktionierenden und überzeugenden Kapitelstruktur sowie mit viel Gespür für Abseitig-Anekdotisches erzählt Winkler die Geschichte dieser Ausnahmeband, deren teilweise bereits im Rentenalter stehende Mitglieder auch heute noch die größten Stadien zu füllen vermögen. Die kritisch-objektive Distanz geht Winkler dabei mitunter flöten, aber wen stört es. Das Buch ist mehr eine begeisterte Hommage eines Infizierten als ein nüchtern-sachliches Porträt. So oder so ist Mick Jagger und die Rolling Stones ein klasse Buch zum Durchblättern und Festlesen für alle, die sich irgendwann in den letzten 40 Jahren mal von den Stones haben begeistern lassen und seitdem nicht mehr von ihnen losgekommen sind. Und für wen gilt das nicht? -Christoph Nettersheim
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Leserkommentare:* Und noch eine Stones-Biographie... (3 von 5 Punkten) meint . Um einen ersten Überblick über die Geschichte der "Greatest Rock'n Roll Band On Earth" zu bekommen, ist dies sicher ein taugliches Buch - schließlich werden hier alle Skandale, Drogen- und Frauengeschichten brav abgehandelt. Leider gilt aber auch hier, daß für den Fan kaum Neues zu finden ist - zu vieles steht auch in anderen Büchern oder scheint von dort übernommen zu sein. Außerdem: Die Rolling Stones sind doch wohl eher Keith Richards Band (nicht Micks) und zählen zumindest sieben (und nicht fünf!) Leben...
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| | Buch: | Kleine Philosophie der Passionen - Kino. |
| Autor: | Willi Winkler, Ausgabe vom März 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 758577 |
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Wer ins Kino geht, ist für die Welt verloren. Was kümmern den Kinogeher die gewöhnlichen Händel draußen, wenn er drinnen vor Schmerz vergeht, weil Vivian Leigh als Scarlett O'Hara Steckrüben essen muß, um nicht Hungers zu sterben? Die wirkliche Welt ist ihm Tralala, wenn Robert de Niro es ganz allein mit der New Yorker Unterwelt aufnimmt. Der Broadway strahlt nur im Kino richtig, der Held ist stark und schön bloß auf der Leinwand - und die...
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Leserkommentare:* Grandios! Komisch! Kritisch! Sanft und Liebevoll! (5 von 5 Punkten) meint P.B. Der 1957 in Bayern geborene Willi Winkler hat ein sehr persönliches Buch über das Kino geschrieben, in dem sich die beißende Schärfe die des Autors Feuilletons, Rezensionen und Nachrufe in der Süddeutschen Zeitung sonst ausmachen, zu ungewohnter Sanftheit und Elegie gewandelt hat. Winkler bringt hier gekonnt die Formulierkünste und Erkenntnisse eines großen Kritikers ein. Der Leser jedenfalls kann sich in diesem nostalgischen Buch über Kino, Filme, Sex, Jugend und Hollywood richtig zu Hause fühlen.
Wer Winkler unterstellt, keine Ahnung zu haben, dem muss es selbst an eben dieser mangeln und der tue gut daran, den Blick auf Winklers Erfahrung als kluger und scharfsinniger Kritiker zu richten; eine Vergangenheit die es Winkler erlaubt, absolut authentisch und mit der nötigen Distanz die Dinge zu beleuchten.
Eine Philosophie hat subjektiv zu sein, und einen Winkler dieses Formats kann man sich anders nicht wünschen!
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Humphrey Bogart und Hollywoods Schwarze Serie. |
| Autor: | Willi Winkler, Ausgabe vom Dez. 1990, Broschiert, Verkaufsrang 1126452 |
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| | Buch: | Moritz, Karl Philipp |
| Autor: | Willi Winkler, Ausgabe vom 1. Sept. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 512241 |
| Preis: | 8,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Genau so! (5 von 5 Punkten) meint H.Z. aus Bamberg Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zählt zu den aufregendsten der deutschen Literatur. Nicht nur, was die Romane, Dramen und Gedichte jener Jahre angeht, deren Großteil der heutige Leser leider kaum noch kennt. Auch die Biografien der Autoren haben es in sich. Und kaum eine Biografie dieser Zeit ist derart interessant und wechselhaft wie die von Karl Philipp Moritz. 1756 in, na, sagen wir mal, schwierigen Verhältnissen geboren, bedrängt von pietistischer Gottesschwärmerei, vernachlässigt von seinen Eltern, durchlebt Karl Philipp Moritz eine Kindheit, deren größtes Glück wohl im Überleben bestanden haben mag. 1793 stirbt Moritz in Berlin. In den wenigen Jahrzehnten wurde er Professor der Theorie der schönen Künste, hatte ein wegweisendes psychologisches Periodikum ins Leben gerufen, England und Italien bereist, der deutschen Klassik, Goethe vor allem, wesentliche ästhetische Impulse gegeben, diverseste Abhandlungen verfasst und Romane. Romane? Sein "Anton Reiser" ist noch immer in verschiedenen Editionen erhältlich, und was sich dort eröffnet, ist nicht allein die Geschichte von Reisers/Moritz' Kindheit und Jugend, es ist ein tiefer Blick in die Sozialgeschichte des 18. Jahrhunderts und ins Innenleben dieser Zeit.
Willi Winkler ist in seiner rororo-Monographie auf sehr eindrückliche Weise eine Beschreibung von Leben und Meinungen des Karl Philipp Moritz gelungen. Er beschreibt nicht nur dessen Tun und Treiben, er lässt sehr anschaulich die Zeit erstehen. Und vor allem: Er macht Lust auf mehr. Wer von seinen Vorurteilen zur deutschen Klassik endlich loskommen will, wer schon immer daran gezweifelt hat, dass Goethe und Schiller das letzte Wort haben, der sollte zunächst einmal zu Winkler greifen. Dann aber auch gleich zu Moritz. |
| | Buch: | Duffy - SZ Krimibibliothek Band 40 |
| Autor: | Dan Kavanagh, Julian Barnes, Willi Winkler, Ausgabe vom 2006, Gebunden, Verkaufsrang 276281 |
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Nichts ist, wie es scheint. Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek. 50 große Kriminalromane, ausgewählt und präsentiert von der Feuilletonredaktion der Süddeutschen Zeitung. äBlutspuren aus den feinsten Federn, eine wohlexplosive Mischung aus Klassik, Moderne und Neuland des Genres." Fred Breinersdorfer, Tatort-Autor und Krimischriftsteller
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)
Leserkommentare:* Spannender, reichlich schräger Actionkrimi (5 von 5 Punkten) meint M.S. aus München, Bayern Deutschland Das Buch hat nichts mit der gleichnamigen amerikanischen Fernsehserie zu tun. London, 1979. Rosie McKechnie hat es echt nicht gut getroffen. Nicht nur, dass ihr Mann sie mit seiner Sekretärin Barbara betrügt, wovon sie aber nichts weiß, vor allem stört sie, dass plötzlich zwei Männer in ihr Haus eindringen, sie fesseln, ihr einen sieben Zentimeter langen Messerschnitt in die Schulter verpassen und dann noch ihren Kater auf einen Spieß stecken und rösten. McKechnie gefällt das auch nicht, aber noch mehr stört ihn, dass sich plötzlich ein gewisser Salvatore telefonisch an ihn wendet und beginnt, ihn zu erpressen. Es sind erst niedrige Geldsummen, die McKechnie zahlen soll, doch er tut das erst, als eines Tages ein Umschlag an seine Frau ankommt, den er abfängt. Darin ein Foto von Barbara und ein Kondom, aus dem es tropft. Weil sich die Polizei als wenig hilfreich erweist, wendet sich McKechnie an Duffy, einen bisexuellen ehemaligen Bullen, der jetzt ein Sicherheitsunternehmen hat, das nicht gerade gut läuft. Duffy nimmt sich des Falles an und muss nun wieder zurück auf die Piste, das Viertel in Soho, in dem es von Sexbars, Pornoschuppen, Peepshows und Wichskinos nur so wimmelt. Ganz ungelegen kommt Duffy die Sache jedoch nicht, weil er noch eine Rechnung mit einem korrupten Bullen zu begleichen hat... Ein kurzer, dafür aber knallharter Krimi, mit gelungenen Pornodarstellungen, jeder menge Action, einigen wirklich spannenden und unerwarteten Wendungen und dem richtigen Schuss britischen, sehr schwarzen Humors - die richtige Mischung für ein klasse Krimiwochenende.
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| | Buch: | Sturz in die Nacht - Die Geschichte einer Depression |
| Autor: | William Styron, Ausgabe vom 1991, Taschenbuch, Verkaufsrang 573343 |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 3 Bewertungen)
Leserkommentare:* Wiederentdeckung (5 von 5 Punkten) meint N.B. Im Original 1990 erschienen unter dem Titel Darkness Visible. A Memoir of Madness, 1991 bei Kiepenheuer & Witsch erstmals auf Deutsch, nun wieder aufgelegt, ist Sturz in die Nacht ein zutiefst beeindruckender Bericht aus der Welt der Depression. Es ist eine dunkle Welt voller Angst, Alpträume, Einsamkeit, die Styron mit bewundernswerter Klarheit, Offenheit und Präzision beschreibt. Nur mit Mühe könne er die langsame Auflösung seines Verstandes akzeptieren, erklärt er, wie ein Zombie fühle er sich. Wenn es auc keine Hoffnung gibt, müssen wir dennoch ums Überleben kämpfen. Und das tut er. Mit Hilfe von Medikamenten, Therapien und einem plötzlich aufflammenden radikalen Überlebenswillen schafft er es, nicht aufzugeben, diese tödliche Angst und Verzweiflung zu überwinden. Er nimmt den Leser mit auf diese Reise in die schwarze Nacht, er zitiert Literatur, führt Erklärungen der Wissenschaft und der Medizin an und findet eigene Bilder, um seinen Zustand zu beschreiben. Der Leser spürt die Gefahr, in der dieses Leben schwebt, er versucht zu begreifen, was diese Krankheit bedeutet. Sturz in die Nacht ist insofern ein sehr amerikanisches Buch, als Styron letztlich eine Heilsgeschichte erzählt, er überlebt, er überwindet die Krise. Das Buch endet mit einem wunderschönen letzten Satz, der hier nicht verraten werden soll. Ein ergreifendes, lehhreiches und intensives Buch über einen unsagbaren Zustand.
"Ich spürte, wie ein Wehen von den Flügeln des Schwachsinns über mich hinstrich." (Charles Baudelaire, Mein entblößtes Herz) (5 von 5 Punkten) meint k. "Dann sinkst du in die ew'ge Nacht zurück,
Siehst tausend Elend auf dich zielen,
Im Schmerz dein Dasein nur zu fühlen!
Ja erst im ausgelöschten Todesblick
Begrüßt voll Mitleid dich das erste Glück."
(Ludwig Tieck, aus dem Gedicht Melancholie)
William Styron (1925-2006) hat bis an die Grenzen des Erträglichen über Monate unter dieser Krankheit gelitten und ist zurückgekommen, davon zu berichten. Seit Enkes Freitod aus einer Depression heraus ist in diesem Lande das Thema in die Öffentlichkeit gezerrt. Wie ein großer Tsunami überrollte es die Gemüter, um doch wieder abzuschwellen. Mit den Neuerscheinungen des Jahres 2010 von Miriam Meckel (Brief an mein Leben) und ihrer Selbstdarstellung ihres Burn-outs und auch von Styrons Veröffentlichung aus dem Jahre 1990 in deutsch sind die Themen: Burn-out, Depression und Melancholie parallel zum gesellschaftlichen in literarischen Blickpunkt gerückt. Doch in der Literatur sind die menschlichen Befindnisse schon immer deren Wurzeln, denn die Geheimnisse des Menschseins, seiner Seele und seiner Verfassung waren die Inspirationen für Sophokles, Aischylos, Dante, Chaucer, Shakespeare und andere.
Die berühmteste Gemütsverfassung und deren Umgang damit kennen wir von Hamlet. "Sein oder Nicht-Sein?" - diese Frage stellt sich den Betroffenen und in dieser Weise begegnen wir hier Styron in all seiner Aufrichtigkeit im Kampf um sein Leben gegen die Depression. Ihm gelingt es, aus der eigenen Erfahrung die Erfahrungen anderer, real oder angelesen, zu integrieren und ein Muster aufzubauen, was ihm hilft, sich aus dem "Sturz in die Nacht" so zu befreien, dass am Ende eine "lichte Weltenseite" (Dante) erscheint, die dem Tieckschen "ersten Glück" entspricht. Auch ihm stellte sich die Frage des wirklich ernsten philosophischen Problems, wie es Camus im Mythos formulierte: dem Selbstmord. Eben die Frage nach jener Entscheidung, ob sich das Leben lohne oder nicht?
William Styron hat subjektiv, persönlich und offen sich all die Monate an dieser Frage gerieben, zumal mit zunehmender Wirkung der Depression die Frage um so dringlicher wurde. Hilfe fand er bei seiner Frau, die Empathie und emotionalen Beistand im Übermaß hatte, bei seinem Arzt, den er als nunmehr Hobby-Pharmakologe als ärztlichen Sparringspartner Wert schätzte. Aber letztendlich war der Aufenthalt in einer Klinik gewinnbringend und heilend. Dieses 'auf-sich-zurückgeworfen-werden' in der Abgeschiedenheit und für die Dauer des Klink-Aufenthaltes haben ihn geheilt. Seine Erfahrungen, sein angelesenes medizinisches Wissen, seine Denkmodelle teilt er dem interessierten Leser mit. Sein pendeln von "unrealistischer Hoffnungslosigkeit" und der erfreuten Zuneigung anderer Menschen rückt er beredt in den Fokus der Betrachtung. Es gelingt dem Leser, sich dem Autor nahe, wie auch weit entfernt, d.h. sachlich begleitend zu nähern. Es scheint, dass genau diese Krankheit auf der einen Seite ihm einen Knacks gegeben hat, andererseits dieser Knacks eine besseres Bewußtsein bewirkte. Er gibt sich als Beispiel für den möglichen Sieg über die Depression, aus der Nacht tritt er hervor "zum Wiedersehen der Sterne". (eine Anmerkung aus dem London Konzert von Leonard Cohen: aus ANTHEM: There is a crack in everything / That's how the light gets in.)
Zu wissen, dass eine Heilung nicht von Dauer sein muss, macht es ihm leicht nach dieser Erfahrung damit umzugehen. Er weiß eben, dass er das Schicksal des Sisyphos teilen können müßte, aber seit Camus wissen wir, dass Sisyphos als ein glücklicher Mensch zu betrachten ist.
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