Helmut Höge, Ausgabe vom 2003, Hörkassette, Verkaufsrang 4204021
"Nachdem ich ein Buch mit dem Titel Schönhauser Allee herausgebracht habe", notiert Wladimir Kaminer amüsiert, "genieße ich verstärkt die Aufmerksamkeit der Einwohner rund um die Schönhauser Allee. Unbekannte sprechen mich auf der Straße an und geben mir gute Ratschläge und Tipps, worüber ich noch berichten sollte." Manche von seinen neuen Bekannten fühlten sich nun selbst animiert, etwas über ihre Umgebung zu Papier zu bringen, und sammelten bereits eifrig Material dafür. Er sehe diesen Versuchen gelassen entgegen, bekundet Berlins berühmtester Russe: Stoff für Geschichten sei schließlich ausreichend da. Die kleine Geschichte, in der Kaminer über seine Position als Kiez-Chronist im Prenzlauer Berg von Berlin reflektiert, trägt den bezeichnenden Titel "Menschen, die einander was erzählen". Auch in Kaminers neuester Sammlung literarischer Alltagsminiaturen geht es wieder ausschließlich um die merkwürdigen Zweibeiner und ihre mitunter absonderlichen Verhaltensweisen - ganz gleich, ob diese nun in Berlin oder Krasnojar/Sibirien zum Tragen kommen. Und weil der Mensch also das Maß aller Dinge ist, ist es nur konsequent, dass dieses anthropozentrische Weltbild schon in den Überschriften seinen Niederschlag findet. Schließlich wurde jede der 36 kurzen Erzählungen in seinem Namen geschrieben: Da geht es um "Menschen, die einkaufen", "Menschen, die spielen", "Menschen unter Tannenbäumen", und selbstverständlich auch um "Menschen, die einander überzeugen". Feinsinnig unterscheidet der Autor zwischen "Menschen" und "Einheimischen" und berücksichtigt auch Sonderfälle wie "Menschen mit Datschen" oder "Menschen, die lesen". Natürlich sind diese Menschen meist Bekannte des Autors, oder er ist ihnen zumindest einmal begegnet. Kongenial illustriert wird das Ganze mit Schnappschüssen aus Helmut Höges Dia-Sammlung. Ende der 80er-Jahre begann der ehemalige Weltenbummler und heutige taz-Autor damit, auf Trödelmärkten alte Dias aus den 50er- bis 70er-Jahren zu kaufen. Fotos, auf denen häufig Menschen zu sehen sind (meistens Ehefrauen), die der Fotograf (meist der knipsende Ehemann) eigentlich nur als Vordergrund für eine historische oder landschaftliche Kulisse dort hingestellt hat. Im Nachhinein, sagt Höge (im Gespräch mit Kaminer: "Menschen, die einander interviewen"), interessierten die Urlaubs-Highlights keinen mehr. Während die Beschäftigung mit Menschen, wenn man - wie die Herren Höge und Kaminer - etwas davon versteht, nie langweilig wird. Auch wenn sie immer wieder die gleichen Fehler machen. "Noch in der Pubertät beginnt der Mensch nach den Gründen seines Unglücks zu suchen und wird dann schnell in seiner Umwelt fündig. Das verfluchte Land und die idiotischen Zeitgenossen sind schuld. Er will weg; neue unbekannte Welten entdecken ... Dort wird er aber jedes Mal mit Eingeborenen konfrontiert. ... Höflich, freundlich und unkonventionell zeigen sie dem Neuankömmling wie dumm es von ihm war, auf die Idee zu kommen, dass es anderswo anders sein könnte." -Axel Henrici Zu jedem Buch ein Hörbuch - die Verwertungskette steht: Nach Russendisko, Militärmusik, Schönhauser Allee und Die Reise nach Trulala ist Anfang des Jahres 2003 Wladimir Kaminers fünftes Buch Helden des Alltags erschienen, und, pardauz, schon haben wir sein fünftes Lese-Hörbuch auf dem Tisch. Aber warum auch nicht? Gerade komische Literatur eignet sich hervorragend dazu, vorgelesen und auf Band festgehalten zu werden, um einen beim Bügeln von den fizzeligen Hemdkragen abzulenken oder einem die Wartezeit im Stau zu verkürzen. Und wenn man dann das Glück hat, dass der Verfasser selbst ein so talentierter, pointensicherer Vorleser ist, dann drängt sich das Hörbuch ja geradezu auf. Und tatsächlich ist Wladimir Kaminer ein dermaßen begnadeter Interpret seiner eigenen Texte, dass die Mitschnitte seiner Lesungen - man traut sich gar nicht so recht, dies niederzuschreiben - fast ein größeres Vergnügen bereiten als die gedruckten Bücher. Der drollige russische Akzent und das teilweise kindlich-naiv klingende Schulbuch-Deutsch fügen sich mit den schrulligen Anekdoten aus Kaminers Berliner Kiez-Alltag zu einem Gesamtkunstwerk, hinter dem das still zu lesende Buch fast zurückbleiben muss. Das gilt auch für Helden des Alltags: Die zwölf auf der Kassette versammelten Storys - eine Art "Best of" des Buches, denn das enthält 36 Erzählungen - über Kaminers skurrile alltäglichen Erlebnisse (worüber auch sonst) gewinnen eindeutig dadurch, dass der Autor sie uns vorliest (oder, besser gesagt, vorradebricht). Allerdings gibt es ein Allerdings, und jeder, der Kaminer schon einmal bei einer Lesung erlebt hat, wird dieses Allerdings sofort nachvollziehen können: Allerdings nämlich ist es ein gewisser Qualitätsverlust, dass Kaminer seine Texte wie schon bei den bisherigen Lese-Hörbüchern in steriler Studioatmosphäre aufgenommen hat; den Russen im Dialog mit dem (sich vor Lachen oft kaum mehr einkriegenden) Publikum zu erleben, ist noch eine ganze Ecke komischer und hörenswerter. Und so sei zum Schluss auf das parallel erschienene Hörbuch Best Of - Live hingewiesen, dessen Anschaffung zuoberst auf jedermanns Liste stehen sollte - was nun aber alles andere heißen soll, als dass man sich die Helden des Alltags sparen kann. -Christoph Nettersheim 1 Hörkassette, Spieldauer: ca. 54 Minuten.
Hörbuch:
Russensoul - CD: Soulful grooves from RussenDisco, Berlin
Autor:
Wladimir Kaminer, Yuriy Gurzhy, Ausgabe vom Mai 2004, Audio CD, Verkaufsrang 1693769
Buch:
Ich mache mir Sorgen, Mama - 2 Cassetten.
Autor:
Wladimir Kaminer, Ausgabe vom 7. Juni 2004, Hörkassette, Verkaufsrang 2495614
Für Mein deutsches Dschungelbuch ist Wladimir Kaminer kreuz und quer durchs Land gereist. Jetzt ist er wieder in Berlin und berichtet von kuriosen Alltäglichkeiten links und rechts der Schönhauser Allee und dem Dasein als Familienvater. Da gibt es für "Das sexuelle Leben der Marfa K.", einer Siamkatze, ebenso Raum wie für Sohn "Sebastian und die Ausländerbehörde" oder den liebenswert zynischen Vater, "der, obwohl schon seit über zehn Jahren in Deutschland, immer noch nicht gelernt hat, ohne Grund zu saufen". Und nicht nur, wenn Besuch aus Russland kommt, bietet sich ein Vergleich zwischen Ost-Berliner und osteuropäischen Gepflogenheiten an, zum Beispiel was die "Service-Mentalität" oder Gesundheitsfragen betrifft: Russen wollen beim Arzt "kein 'Kardiogrammchen' und keinen 'Kommen-Sie-morgen-wieder'-Unsinn hören, sondern fordern ihre ultimative Heilung - sofort." Inzwischen unter dem Namen Kamjenier offiziell eingebürgert ("Deutscher Pass" - fast schon eine Reportage), spielt der Russen-Deutsche natürlich weiterhin mit dieser doppelten Perspektive und mit der deutschen Sprache, für ihn "eine Art Lego-Baukasten, in dem alle Teile zueinander passen". Klein und bunt wie Lego-Gebilde sind auch die Geschichten, die oft eher Glossen sind und den roten Faden ebenso zuverlässig verlieren wie Kaminers Balkonblumen den Kampf gegen "Die Raubpflanze". Längst nicht alles passt zueinander, trotzdem bereichert Ich mach mir Sorgen, Mama Kaminers Kiez-Kosmos um einige neue funkelnde Mosaiksteine. Die literarischen Fünf-Minuten-Terrinen sind ideale U-Bahn-Lektüre, am besten in der Hörbuchversion. Achten Sie aber bitte in jedem Fall auf Ihre Umgebung: Kaminer-Figuren gibt es auch in Kiel, Dortmund oder Mannheim. Mit etwas Glück trifft man sogar ein Pendant zu seiner persönlichen "Miss Prenzlauer Berg". -Patrick Fischer Wladimir Kaminer selbst trägt seine Alltagsgeschichten vor - und das ist ohne Zweifel ein echter Gewinn! Mit seinem russischen Akzent werden die Beobachtungen aus Berlin oder, in der Erinnerung, aus Moskau glaubwürdig und sehr lebendig. Egal, ob er von seinen Erfahrungen mit den U-Bahn-Kontrolleuren, die ihm als Versuchskarnickel beim Erlernen der deutschen Sprache dienten, oder vom "Geologenlied", das die Oma während ihres dreimonatigen Aufenthalts in Berlin den Kindern Sebastian und Nicole vorsingt, erzählt, all die amüsanten und leichtfüßigen Short Stories kommen durch seine Stimme richtig gut rüber. Kaminers ungefilterter Blick z. B. auf die Wundergläubigkeit der Russen - regelmäßig bekommen er und seine Familie aus dem Osten Mittel, die alles können, geschickt, oder auf die Bildungssituation in Deutschland, die ihn dazu bringt eine Vorschule für seine Kinder einzurichten, gepaart mit seiner lakonischen, manchmal naiv klingenden Erzähltechnik machen diese Geschichtensammlung zu einem witzig-amüsanten Hörbuch. Seit der Russendisko zählt der 1967 in Moskau geborene Wladimir Kaminer zur jungen deutschen Literaturszene. Als er Anfang der 90er Jahre nach Berlin kam, konnte er das Leben, wie es sich um den Alexanderplatz und den Prenzlauer Berg abspielte, life beobachten. Er fing an zu schreiben. Mit den Büchern Militärmusik, Reise nach Trulala oder auch mit Mein deutsches Dschungelbuch stieg der Schriftsteller mehr und mehr in der Gunst des Publikums. Neben dem Schreiben hat Kaminer eine wöchentliche Sendung beim SFB4 Radio Multikulti und eine Rubrik im ZDF-Morgenmagazin; nicht zu vergessen seine mittlerweile legendären Russendisko-Veranstaltungen. Lesung ausgewählter Geschichten, Spieldauer: ca. 120 Minuten, 2 MC. Auch erhältlich als CD. -culture.text
Buch:
Die Reise nach Trulala - 2 Cassetten.
Autor:
Wladimir Kaminer, Ausgabe vom 5. Sept. 2002, Hörkassette, Verkaufsrang 2094375
Aus der Amazon.de-Redaktion Der in der ehemaligen Sowjetunion gepflegte schöne Brauch, verdienten Proletariern einen Ferienaufenthalt in den Kapitalistenhochburgen Paris oder London zu ermöglichen, ließ Onkel Boris' Herz hüpfen. Was unser Held der Arbeit nicht wusste: Um etwaigen Verlockungen im imperialistischen Ausland vorzubeugen, ließ das listige Sowjetregime in der südrussischen Steppe eine Art Potemkin'sches Geister-Paris aufbauen, das in der Herbstsaison mit wenigen Handgriffen in London umgestaltet werden konnte. Auch der merkwürdig vertraute Busfahrer, den Onkel Boris als Kollegen aus dem Arbeitslager identifizierte, trübte den Genuss in der Seine-Metropole nicht. Jahrelang noch sollte die Familie von den Montmarte-Eindrücken des lebenshungrigen Onkels zehren. Mit solchen und ähnlichen Schnurren über das Fernweh und die oftmalige Ernüchterung angesichts des Ziels vermeintlicher Träume, beweist Wladimir Kaminer erneut seinen lakonischen Scharfblick für den ganz alltäglichen Wahnsinn. Bekannt geworden durch den Erzählungsband Russendisko, durchstreift der witzige Exilrusse neuerdings für das ZDF-Morgenmagazin als stoischer Kommentator bundesdeutscher Befindlichkeiten seine Berliner Wahlheimat. Hier (im Ausländerwohnheim Marzahn) endete 1990 für's Erste auch Kaminers Traum von der großen Freiheit. Die titelspendende Reise nach Trulala unternahm ein befreundetes Künstlerpärchen auf seiner Spurensuche nach Joseph Beuys, der, im Krieg auf der Krim abgeschossen und von dortigen Tataren gesund gepflegt, fortan in Fett und Filz machte. Des Autors Warnung vor der Krim als tatarenfreiem Touri-Neppland stieß bei den Beuys-Jüngern auf taube Ohren. Noch heute erinnert sich Kaminer an ihren aufgeregten Anruf aus dem ominösen Krimtatarendorf Trulala. Tataren, so weit das Auge blickt? In Filz gewandet? Beuys' Sohn gar entdeckt? Spätestens hier dämmerte es Kaminer, dass die Krimbewohner ihrem Ruf erneut gerecht geworden waren. Ob wehmütige Post-Perestroiker im Reisefieber, Glücksritter auf Talfahrt, geheimnisvolle "Papstkinder", Wessi-Touristen, die in der Nähe von Stawropol Schweineställe mit Rundbogenfenstern bestaunen (siehe Onkel Boris) - sie alle haben in Wladimir Kaminer ihren liebevollen Chronisten und Reisebegleiter gefunden. -Ravi Unger 1
Buch:
Dschungelbuch Deutschland - 2 Cassetten.
Autor:
Wladimir Kaminer, Ausgabe vom 2003, Hörkassette, Verkaufsrang 2322355
Aus der Amazon.de-Redaktion Kaum zurück von der Reise nach Trulala, einem Seelentrip tief ins russische Fernweh, durchstreift der pfiffige Russe nun forschergleich seine neue Wahlheimat. Als Moskauer Großstadtpflanze aufgewachsen, bekennt Kaminer reumütig zerknirscht, während den Jahren seines Aufenthaltes in Deutschland außer Berlin noch nichts gesehen zu haben. Die Stunde der deutschen Provinz und des Regionalexpresses schlug und Wladimir Kaminer kam, sah - und notierte! Gleich im süddeutschen Raum findet sich ein desorientierter Bahnkunde auf einer dschungelhaften Nebenstrecke wieder. Die Stationsdurchsagen erfolgen durch einen offensichtlich Maultaschen kauenden Lokführer, dessen Dialekt selbst den deutschkundigen Kaminer tief russisch anmutet. Erst der "Weikersheimer Quittenschnaps" am Zielort stellt verloren gegangene Vertrautheit schnell wieder her. Im weltoffenen Tübingen kündigt ihn das Schwäbische Tageblatt mit der historisch problematischen Grußformel "Der Russe kommt!" an. Auch die sich anschließende Diskussion mit dem wissbegierigen Chefredakteur über Russlands Verhältnis zu Hölderlin lässt den erschöpften Reisenden nicht zur Ruhe kommen. Chemnitz, der Heimat des Gartenzwergs, knapp entronnen, stellt sich in Kaiserslautern als nächstes die Schicksalsfrage nach einem bratenfettgeruchsfreien Hotel für den ebenfalls anwesenden Dichterkollegen Harry Rowohlt. In Marburg-Biedenkopf, dem "Herz Mittelhessens", belehrt man den unkundigen Russen barsch, dass die lokaleigenen Küchenschaben von russischen Studenten eingeschleppt wurden. Armer Kaminer! Waldbröl, "das Ende der Geografie", die Eulenspiegelstadt Mölln - Wladimir Kaminers geschulter, gespielt naiver Blick für die Absonderlichkeiten des Alltags, entlarvt ein oft zum Biegen komisches menschliches und kulturhistorisches Kuriositätenkabinett, findet aber auch durchaus zufriedene und bekennende Provinzler, die ihre Heimat um keinen Preis gegen Berlin eintauschen würden. Ein Tröstliches hatte die Odyssee. Selbst in Momenten größter Irrung und Wirrung fand sich eine nette Buchhändlerin oder ein sonstiger Literaturfreund, Wladimir Kaminer den rechten Weg zu weisen. War doch eigentlich ganz nett bei uns, oder? -Ravi Unger 1
Buch:
Zigarettenroman
Autor:
Maxim Biller, Doris Dörrie, Wladimir Kaminer, Ausgabe vom 1. Januar 2004, Sondereinband, Verkaufsrang 4846444
Buch:
soDA 18 - Rock - Carte Blanche: Airline
Autor:
Wladimir Kaminer, C E Meier, Axel Fischer, Ausgabe vom Aug. 2002, Taschenbuch,
Buch:
Zigarettenroman, Pack mit 5 Zigarettenhüllen, Übergröße
Autor:
Maxim Biller, Doris Dörrie, Wladimir Kaminer, Ausgabe vom 1. Januar 2004, Sondereinband, Verkaufsrang 4907424
Buch:
Meine russischen Nachbarn
Autor:
Wladimir Kaminer, Ausgabe vom 17. Aug. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 262116
MEINE RUSSISCHEN NACHBARN Es ist fast schon ein Reflex, wenn man einen neuen Kaminer in die Hand bekommt. Man betrachtet den Titel, liest den Klappentext und kann sich einfach nicht wehren gegen den Gedanken: "Also schon wieder ein Buch mit Kurztexten über Russen in Deutschland. Na ja. Der reitet sein Pferd auch, bis es tot umfällt." Und mit einem leisen Seufzen fängt man an zu lesen. Doch dann ist man nach wenigen Zeilen wieder drin in der ganz eigenen Welt und der ganz eigenen Sprachmelodie des Wladimir Kaminer. Und schämt sich sofort seiner ketzerischen Gedanken. Denn es ist nun einmal Kaminers Lebensthema: Russen, die sich in Deutschland zurechtfinden müssen und deren Lebensart oft so gar nicht zu den deutschen Wohn-, Arbeits- und Seins-Gepflogenheiten passt. Woraus Kaminer immer und immer wieder hochkomische Funken zu schlagen und zugleich die Melancholie der fern der Heimat Lebenden durchschimmern zu lassen weiß. Das ist richtig gut, und das ist richtig lustig. Warum also sollte er über etwas anderes schreiben? Ein Abriss des Inhalts ist hier so müßig wie in allen Kaminer-Büchern, daher nur kurz: Roter Faden sind die Erlebnisse des Erzählers mit zwei jungen Russen, die in seinem Haus eine WG aufmachen. Von Trompetenspiel am frühesten Morgen, vom Selbstversuch des Deutschlernens per Hypnose oder von einer im Wodkarausch falsch herum gestochenen Tätowierung ist da die Rede, und von vielem mehr. Wenn man das hier so hinschreibt, klingt es ein wenig lahm, abgedroschen, auf eine Pointe hin konstruiert. Doch wer schon einmal einen Kaminer gelesen hat, der weiß, dass seine Miniaturen genau das nun eben nicht sind. Sie sprühen vor Esprit und Witz, und auch wenn man beim nächsten Buch vielleicht erneut denken wird: "Ach, es geht wieder um Russen in Deutschland..." ? wenn man ehrlich ist, kann man gar nicht genug davon bekommen. - Christoph Nettersheim
Buch:
Kaminer, Wladimir: Russendisko.
Autor:
Wladimir Kaminer, Ausgabe vom 1. Januar 1000, Taschenbuch,