Aus der Amazon.de-Redaktion Herr Cogito ist eine Art Don Quichotte des Krieges. In der "Sattelfalte des Tals" kämpft er gegen unbeschreibliche Ungeheuer, die der Schlaf der Vernunft geboren hat. Über derart sinnlose Kämpfe hat Zbigniew Herbert (1924-1998) ein verstörend schönes Buch geschrieben: 89 zum Teil erstmals auf Deutsch publizierte Gedichte über menschliche Brutalität und Leiden, die dank ihrer überraschend innovativen Metaphorik bestechen. Herrn Cogitos Vermächtnis, dass im Original erstmals im Todesjahr Herberts erschien, ist nicht zuletzt auch das Vermächtnis eines großen Dichters. Da kann man von Glück sagen, dass der Autor mit den rationalen Zielen seiner Hauptfigur augenzwinkernd nicht übereinstimmen will: "Herrn Cogitos phantasie" nämlich "hat pendelbewegung / sie verläuft präzise / von leiden zu leiden / es ist kein raum in ihr / für künstliche feuer der dichtung." Demgegenüber ist in der präzise ausgependelten Poesie Herberts sogar Platz für die Schönheit: "von liebe schreiben / sogar / noch einmal / mit sterblichem ernst / der verratenen welt eine rose / schenken". Dies und noch mehr hat Herbert mit Herrn Cogitos Vermächtnis getan. -Thomas Köster
Buch:
Herr Cogito
Autor:
Zbigniew Herbert, Ausgabe vom 1995, Gebunden, Verkaufsrang 1290527
Buch:
Inschrift
Autor:
Zbigniew Herbert, Ausgabe vom 13. Mai 1973, Gebunden, Verkaufsrang 439890